Erstellt am 28. September 2015, 08:01

von Josef Kleinrath, Fritz Hauke und Mathias Schranz

Hilfe für SC wackelt. Gemeinderat sollte einen Beschluss über eine 100.000-Euro- Hilfe für SC Wiener Neustadt fassen – SP-Schwenk lässt Hilfe wackeln.

 |  NOEN, Mathias schranz

Update: 100.000-Euro-Hilfe von der Tagesordnung abgesetzt

Hiobsbotschaft für den SC Wiener Neustadt gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung, am Montag: ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger setzt den Tagesordnungspunkt 17, unter dem die 100.000-Euro-Hilfe für den Fußballverein beschlossen werden hätte sollen, von der Tagesordnung ab.

Wie berichtet hatte sich die SPÖ im Ausschuss vor dem Gemeinderat bei diesem Punkt der Stimme enthalten, die ÖVP hatte zuvor betont, eine derartige Förderung nur mit einem breiten politischen Konsens zu beschließen.

Die SPÖ versuchte danach noch, mit einem Dringlichkeitsantrag einen ähnlich lautenden Antrag auf die Tagesordnung zu bringen: 100.000 Euro Förderung, allerdings insgesamt für den SC sowie vier weitere Sportvereine. Allerdings fand sich keine Mehrheit für die Dringlichkeit dieses Antrags.
Wie ein Gegentor in der letzten Sekunde – dieses Gefühl kennt der SC Wiener Neustadt noch gut vom Spiel gegen Innsbruck. Ähnliches Ungemach droht nun von der Politik. Heute, Montag, soll im Gemeinderat eine 100.000-Euro-Hilfe beschlossen werden. Soll. Denn nach derzeitigem Stand ist es alles andere als sicher, dass der Beschluss zustande kommen wird. Denn die SPÖ hat sich im Ausschuss bei genau diesem Punkt enthalten, obwohl es unter Bürgermeister Bernhard Müller dafür grünes Licht gegeben hatte.

SPÖ-Klubobmann Wolfgang Trofer dazu: „Es ist in Aussicht gestellt, aber nicht fix zugesagt worden, das habe ich auch nochmals bei Bernhard Müller erfragt. Das kann eine Einzelperson auch nicht, sondern nur die zuständigen Gremien.“ Die Enthaltung im Ausschuss heiße nicht, dass die SPÖ prinzipiell gegen die Hilfe für den SC sei. Allerdings dürfte die SPÖ bei dem Punkt einen Abänderungsantrag einbringen. Trofer will nicht allzu viel verraten, nur so viel: „Es gibt ja auch andere Vereine in Neustadt.“

Gruber fordert breiten politischen Konsens

Unverständlich ist die Vorgangsweise für ÖVP-Klubobmann Philipp Gruber: „Dieser Beschluss ist die Realisierung einer Zusage der alten SPÖ-Stadtführung. Wir stehen dazu, Zusagen einzuhalten, auch wenn diese Zusage von einer anderen Regierung gemacht wurde. Deshalb ist es befremdlich, dass gerade die Nachfolger unter der Führung des damaligen Sportstadtrats Horst Karas das nicht mehr mittragen wollen.“ Nun steht im Raum, dass die bunte Stadtregierung den Punkt noch absetzen könnte.

Darauf will sich Gruber nicht festlegen lassen, betont aber: „Gerade in Zeiten wie diesen muss es bei derartigen Beschlüssen einen breiten politischen Konsens geben.“ SC-Vorstand Ralph Spritzendorfer geht davon aus, dass es sich dabei nur um ein „politisches Geplänkel“ handle: „Wir haben mit dieser finanziellen Unterstützung budgetiert, jeder zugesagte Tausender, den wir nicht bekommen, wäre ein schwerer Schlag.“

Hintergrund

Dieser Beschluss wäre für den Gemeinderat vorgesehen gewesen:

„Der Gemeinderat beschließe: Die Gewährung einer Subvention an den SC Wiener Neustadt in der Höhe von maximal 100.000 Euro in Form einer Gegenverrechnung von bestehenden Rückständen bzw. diversen künftigen Leistungen der Stadt Wiener Neustadt oder von Tochtergesellschaften der Stadt wird genehmigt.“

„Sollte der Maximalbetrag im Jahr 2015 nicht ausgeschöpft werden, so kann durch Bildung einer Rücklage für den nicht ausgeschöpften Betrag der Restbetrag auch im Jahr 2016 zur Abrechnung kommen. Eine Auszahlung des Gesamtbetrages bzw. von Teilbeträgen als Barsubvention ist nicht zulässig.“