Zemendorf-Stöttera

Erstellt am 05. August 2016, 04:36

von Martin Ivansich

Baldauff bei Olympia: „Eine Medaille ist drin“. Laurence Baldauff vom BSV Stöttera steigt bereits am Freitag in den Bogenschützen-Bewerb ein. An einem guten Tag ist für sie auch ein Podestplatz möglich.

Zuversichtlich. Laurence Baldauff geht optimistisch an den Start in Rio. Bei optimalem Verlauf ist ein Top-Platz möglich. Foto: Gepa  |  Gepa

Als eine der ersten Sportlerinnen startet die Bogenschützin Laurence Baldauff in das Olympia-Geschehen. Noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier am kommenden Freitag wird die gebürtige Luxemburgerin, die in Wien lebt, ihre ersten Pfeile schießen.

Seit rund einem Jahr startet Baldauff für den BSV Stöttera. Nun ist sie bei den Olympischen Spielen, wo die 41-jährige Athletin als älteste Teilnehmerin Österreichs ins Rennen geht. Über Feldbogen-Nationaltrainer Christian Linhart (der ebenfalls beim BSV Stöttera tätig ist) fand die Olympia-Starterin den Weg ins Burgenland, wo auch zahlreiche Trainingsstunden in Hinblick auf das Großereignis absolviert wurden.

„Druck mache ich mir keinen“

„Trainiert wird in Wien und in Stöttera – sechs Mal die Woche bis zu sechs Stunden“, so Baldauff, die auch noch einen Angestellten-Beruf ausübt. „Reich wird man mit dem Bogenschießen nicht, eher ärmer“, schmunzelt die ehrgeizige Schützin.

Druck legt sich die Olympionikin für den sportlichen Höhepunkt ihrer Karriere, für den sie sich im Rahmen der WM im Vorjahr qualifizierte, keinen auf. „In unserem Sport ist eben sehr viel möglich. Da hängt auch einiges von den äußeren Umständen ab, wo man dann am Ende landet.“

Bedingungen in Rio? Nicht gerade einfach

Beim Probegalopp 2015 bekamen die besten Bogenschützen der Welt schon einmal die Widrigkeiten vor Ort in Südamerika präsentiert. Es entwickeln sich durch die Zwischenräume bei den Tribünen unangenehme Winde, die für die Teilnehmer schwer zu berechnen sind. Hinzu kommt auch der Lärm durch den angrenzenden Verkehr. Logisch, dass man beim Olympia-Gelände hoch konzentriert sein muss. Baldauff: „Und weil im Straßenverkehr in Brasilien viel gehupt wird, ist das für uns schon ein Problem. Das Startsignal im Bogensport ist eben eine Hupe.“

Wenn jedenfalls das erste Hup-Signal bei den Olympischen Spielen ertönt, können sich die Bogensportler zunächst entspannt an die Anlage gewöhnen. „Zu Beginn geht es in der Qualifikation noch nicht um sonderlich viel. Alle 64 Teilnehmer bleiben danach noch im Bewerb, wo dann in gestürzter Reihenfolge, sprich im Eliminations-Prinzip Eins gegen Eins, geschossen wird. Vereinfacht gesagt heißt es: Man muss sechs Duelle gewinnen und hat dann Gold.“

Ein wenig spekuliert Baldauff jedenfalls mit Edelmetall: „Wie gesagt, Druck mach ich mir keinen und bei uns kann während des Bewerbs viel passieren“, so die Bogenschützin, die noch hinzufügt: „An einem guten Tag ist für mich auch eine Medaille möglich.“