Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 02. August 2016, 02:55

von Ingrid Vogl

Kromoser: EM mit Licht und Schatten. Die Rennen auf der Bahn verliefen für Christian Kromoser alles andere als wunschgemäß. Auf der Straße konnte der Waidhofner dann sein Leistungspotenzial abrufen.

Bahn. Die schwierige Bahn in Heerde wurde Christian Kromoser (Nr. 014) bereits vor der EM zum Verhängnis. Ein Trainingssturz verhinderte eine perfekte Vorbereitung auf die Titelkämpfe. Die Bahnrennen verliefen dann auch nicht nach Wunsch des Waidhofners. Foto: ÖRSV  |  ÖRSV

Heerde in den Niederlanden war in der vergangenen Woche Schauplatz der EM im Inlinespeedskaten. Der Waidhofner Christian Kromoser blickte den Titelkämpfen mit großen Erwartungen entgegen. Diese wurden aber bereits Tage vor der Eröffnungsfeier durch einen Trainingssturz gedämpft. Hüfte und Schulter wurden bei dem Sturz in der selben Kurve, in der Kromoser bereits beim Europacup im Frühjahr zu Fall gekommen war, in Mitleidenschaft gezogen. „Am Abend konnte ich nicht einmal gehen“, schilderte Kromoser die schmerzhaften Folgen.

Das Vertrauen in die ohnehin sehr schwierige und anstrengende Bahn war in den nächsten Tagen dahin. Bei EM-Beginn fühlte sich Kromoser aber wieder gut und bestens gerüstet. Trotzdem gingen die Bahnbewerbe ziemlich daneben. Mit der Punkte-Elimination wartete zum Auftakt gleich das schwierigste Rennen der ganzen EM auf den Mostviertler.

„Dabei habe ich mir am wenigsten ausgerechnet, aber ich habe trotzdem nicht das gezeigt, was ich kann“, war Kromoser mit dem ersten Bewerb unzufrieden, bei dem auch der Kopf noch nicht richtig mitspielte. Die Elimination am Tag darauf funktionierte dann schon besser, aber mit Rang 18 noch immer nicht optimal. „Beide Rennen waren nicht das, was ich mir vorgenommen hatte“, betonte Kromoser. Die 1.000 Meter verhaute er dann – wie Trainingskollege Jakob Ulreich – total. „Wie wenn wir nicht im Rennen gewesen wären“, so Kromoser. Auch in der Staffel mit Thomas Petutschnigg und Johannes Hahnekamp war er gegen die großen Nationen wie Frankreich oder Italien chancenlos.

Nach den eher verpatzten Bahnrennen war die Vorfreude auf die Straßenbewerbe umso größer. „Ich habe gewusst, dass es da besser gehen wird. Und das war auch so“, freute sich Christian Kromoser über seine Leistungssteigerung. Bei der Elimination belegte er zwar wie auf der Bahn Platz 18, bot aber eine viel bessere Leistung. „Das war ein solides Rennen. Ich habe keine Fehler gemacht“, war der Medizinstudent mit seinem Auftritt zufrieden.

Noch besser lief es im Punkterennen, das Kromoser auf Rang 13 beendete. Von Anfang an fand er eine ausgezeichnete Position und verteidigte diese bis zum Schluss. „Das war ein sehr gutes Rennen. Ich habe gewusst, dass es sehr schwer sein wird, einen Platz unter den ersten 15 zu erreichen. Das Niveau war heuer allgemein höher als im Vorjahr“, lautete Kromosers Bilanz vor dem abschließenden Marathon.

Bei der Heim-EM im Vorjahr fuhr Kromoser im Marathon auf Platz acht. Eine Topplatzierung war auch in Heerde das Ziel und bis zwei Runden vor Schluss sah auch alles danach aus. „Bis dahin war es ein perfektes Rennen“, bestätigte Kromoser. Ein Loch, das er bergab zufahren musste, kostete aber zu viel Kraft. Mehr als Platz 24 war dann nicht mehr drinnen. „Ich habe schon bessere Marathons abgeliefert, aber die Bewerbe auf der Straße waren im Großen und Ganzen recht gut“, betonte Kromoser. Und das, obwohl der im Vorfeld angepeilte Top Ten-Platz nicht realisiert wurde. Das hätte bei der starken Besetzung nämlich bedeutet, Europa- und Weltmeister hinter sich zu lassen.

Viel Zeit, um die Blessuren vor dem nächsten Großereignis auszukurieren, bleibt Kromoser nicht. Von 8. bis 17. September steht er bei der WM in China bereits wieder am Start.