Erstellt am 30. März 2016, 02:14

von Ingrid Vogl

Neues Team gibt Auftrieb. Mit Trainingspartner Jakob Ulreich und Europameister Elton de Souza fährt Christian Kromoser heuer für das Team X-Tech. Vorbereitet hat er sich in Kolumbien. Österreich sieht er derzeit nur aus der Entfernung.

Im neuen Teamdress. In der Karwoche bereitete sich Christian Kromoser (li.) mit dem Nationalteam in Italien auf die Saison vor. Foto: Oersv/Amort  |  NOEN, Oersv/Amort

Kolumbien, Portugal und Italien waren jene Destinationen, wo sich Christian Kromoser in den letzten sieben Wochen mit Trainingsaufenthalten und ersten Wettkämpfen auf die neue Saison vorbereitete. „Es ist ein Traum. Das wird sicher eine sehr interessante Saison“, freut sich der 23-Jährige über die neuen Möglichkeiten, die er als Heeressportler für ein halbes Jahr genießen darf.

Der fünfwöchige Aufenthalt in Kolumbien (Cali und Cartagena) hatte für den Waidhofner von absoluten Höhen bis hin zu absoluten Tiefen alles zu bieten. „Hitze, Kälte, Regen, Sonne, Sturz, Darmvirus samt Spitalsbesuch und tolle Rennen“, fasst Kromoser die Geschehnisse in wenigen Stichworten zusammen.

Hohe Trainingsumfänge und erste gute Rennen

Training in der großen Gruppe (rund 50 Skater) war einer der Hauptgründe, warum sich Kromoser kurzfristig entschloss, Kolumbien für seine Saisonvorbereitung anzusteuern. „Die ersten Tage habe ich mir wegen der Hitze schwer getan, aber dann ist viel weitergegangen“, ist der Mostviertler zufrieden mit dem Ergebnis des Trainingslagers.

Gewöhnen musste er sich an die für Europäer ungewohnt hohen Trainingsumfänge. „In Kolumbien trainiert man viel, aber ab und zu fehlt die Qualität im Training. Ein ganzes Jahr so zu trainieren, wäre sicher nicht ideal, aber zu der Zeit als Vorbereitung war es perfekt“, erklärt Kromoser, dessen Trainingstage stets um 5.30 Uhr mit einer Radeinheit begannen.

Höhepunkt der Kolumbienreise waren die kolumbianischen Meisterschaften in Cartagena, wo sich Christian Kromoser mit zahlreichen Weltmeistern messen durfte und sich immer ins Finale kämpfte. „Ich war positiv überrascht, dass ich so weit vorne mitfahren konnte“, steckte der Niederösterreicher auch einen spektakulären Sturz ohne gröbere Verletzungen weg.

Koffer kam in Portugal erst nach den Rennen an

Abenteuerlich ging es für Christian Kromoser weiter. Von Kolumbien reiste er direkt nach Portugal, um mit seinem neuen Team X-Tech den ersten gemeinsamen Wettkampf zu bestreiten. Der Koffer mit seinem gesamten Material kam aber erst Tage später an. „Alles, was ich hatte, waren meine Skates, aber ohne Rennrollen, mein Helm, meine Sonnenbrille und meine Kontaktlinsen“, schildert der Medizinstudent.

Trotzdem wurden die Rennen zu einem ganz besonderen Erlebnis und zu einer neuen Erfahrung. Das liegt daran, dass Kromoser viel für Teamleader Elton de Souza, einen vielfachen Europameister aus Frankreich, arbeiten musste.

„Früher hatte ich immer das Problem, dass ich mich alleine vorne im Feld nicht behaupten konnte. Jetzt im Team muss ich vorne mitfahren und habe die Chance, auch ganz vorne hineinzufahren“, freut sich Christian Kromoser auf eine spannende Saison. Dass wegen der Arbeit für die Teamkollegen, zu denen auch Trainingspartner Jakob Ulreich zählt, die eigenen Platzierungen manchmal in den Hintergrund treten werden, nimmt Kromoser gerne in Kauf.

Das Hauptaugenmerk des Teams X-Tech liegt auf den Europacups und dem World Inline Cup. Der nächste Renneinsatz des Trios Kromoser, Ulreich und de Souza steht bereits am Sonntag am Programm. Beim Berlin-Halbmarathon peilen die drei Spitzenplätze an. Erstes großes Highlight ist der Europacup in Geisingen (14.-16. April).