Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Christopher Eckl

"42 Kilometer nur Party". Silvia Kolm, die erfolgreichste Langstreckenläuferin des Bezirks, blickt auf ihre bisher stärkste Saison und ihr persönliches Highlight New York-Marathon zurück

Daumen hoch! Zum Abschluss einer grandiosen Langstrecken-Saison erfüllte sich Silvia Kolm mit der erfolgreichen Teilnahme am New York-Marathon einen läuferischen Lebenstraum.  |  NOEN, zVg

Überaus imposant liest sich die Jahresbilanz von SC Zwickl Zwettl-Läuferin Silvia Kolm. Marathon-Gold bei den Staatsmeisterschaften im Teambewerb, Bronze im Einzel, Vizelandesmeisterin im Halbmarathon – dies sind nur einige der vielen Erfolgseinträge, die auf der läuferischen Visitenkarte der Rudmannserin 2015 dazugekommen sind. „Und das in einer Saison, in der ich aufgrund von Fuß- und Hüftproblemen oft länger kein strukturiertes Training absolvieren konnte“, zeigt sich die Zweitplatzierte des Waldviertel-Laufcups stolz.

Auch zeitlich überall stark verbessert

Von den 10 Kilometern aufwärts schraubte Kolm auf jeder Distanz ihre bisherige Bestleistung ordentlich nach unten. Luft nach oben sein nun auf alle Fälle noch auf der 10-Kilometer-Distanz (nächstes Ziel: unter 40 Minuten) und beim Marathon. „In Linz bin ich 3:17 Stunden gelaufen, da wären ohne meine Darmprobleme sicher die 3:15 drinnen gewesen.“

Der Saisonhöhepunkt für die Zwickl-Läuferin hat aber mit einem Rennen zu tun, bei dem sie überhaupt nicht auf die Zeit schaute – dem Marathon in New York. Im November nahm sie die 42,195 Kilometer im „Big Apple“ in Angriff. Ein Genussprojekt, denn im Vordergrund stand in den USA für die Waldviertlerin das Lauferlebnis. „Das war einmalig. Es waren eigentlich 42 Kilometer nur Party. Ich habe während dem Lauf sicher mit 100 Leuten abgeklatscht und sehr viele Fotos mit dem Handy geschossen.“

Festzuhalten gab es einiges, denn zur Marathonzeit drehen die New Yorker-Sportfans völlig am Rad. Fast auf jedem Meter der Strecke standen Zuseher, die Gesamtsieger Stanley Biwott ebenso leidenschaftlich und lautstark anfeuerten, wie den Letztplatzierten. Von all der Euphorie neben der Laufwege ließ sich die Asics Frontrunnerin anfangs sogar zu sehr mitreißen. „Ich bin zu schnell angegangen, nach 15 Kilometern musste ich das Tempo drosseln. Der Marathon ist doch mit einigen Höhenmetern gespickt, was in Summe und vor allem gegen Ende doch recht hart wurde“. Nach 3:31:51 Stunden lief Kolm über die Ziellinie – für sie ein erhebendes Gefühl: „Das war Gänsehaut pur!“