Erstellt am 05. April 2017, 14:08

von Michael Salzer

Grazer Sieg in der großen Volley-Show. Die Union Waldviertel ging im Heimspiel in Führung, doch zuletzt lachten die Steirer.

Bessere Tagesform, mehr Kampfgeist oder einfach nur Glück? Welcher Faktor tatsächlich – wie schon beim ersten Heimspiel der Union Raiffeisen Waldviertel in der laufenden Saison – zum neuerlichen Erfolg des UVC Graz in der Stadthalle Zwettl geführt hat, lässt sich bei so einem knappen Ergebnis nur schwer festmachen.

Auch der Blick auf die Statistik bezeugt die totale Ausgeglichenheit zwischen den langjährigen Erzrivalen: Annahme: 58:57 %, Angriff: 44:44 %. Doch in einem Bereich hatten die Grazer klar ihre Nasen vorn: 16:10 Block-Punkte!

„Ja, die Grazer waren beim Blocken deutlich besser. Wir konnten mit dem Service nicht den nötigen Druck machen, und genau diese zwei Elemente waren spielentscheidend“, sagte URW-Trainer Petr Calabek bei seiner Analyse. Zu Beginn schien es, als hätten die Waldviertler alles im Griff – mit einer sauberen Gesamtleistung gelang der 25:20-Erfolg im ersten Satz.

Spektakulärer Schlagabtausch

„Wir wissen schon, wie man in Graz gewinnen kann, werden vollmotiviert hinfahren.“Petr Calabek, Trainer der Union Raiffeisen Waldviertel

Doch dann ließ der Druck am Service nach, so wurden die Ballwechsel immer länger und die Steirer konnten ihre defensiven Stärken ausspielen. Der hochspannende zweite Durchgang ging schließlich mit 28:26 an den UVC Graz. Im dritten Set folgte ein glasklarer 25:19-Erfolg.

Die Nordmänner liefen auch im vierten Abschnitt stets dem leichten Rückstand nach, schafften in der Schlussphase aber die Wende – 25:23. So kam es zum großen Showdown im Entscheidungssatz. Da führten zunächst die Hausherren, doch den größten aller Big Points machte – nach einem zweieinhalb Stunden andauernden Feuerwerk an spektakulären Ballstafetten – am Schluss Lorenz Koraimann, der Grazer Topscorer – 16:14.

„Sensationell! Jetzt könnten wir am Samstag in Graz die Medaille holen und die Saison auf Platz drei beenden“, jubelte Davor Cebron, UVC-Coach und früherer Mittelblocker in Zwettl. „Wir müssen aber fokussiert und konzentriert bleiben, denn es wird nicht einfach.“

Diese Vermutung bestätigt sein Gegenüber, Petr Calabek: „Wir wissen schon, wie man in Graz gewinnen kann, werden vollmotiviert hinfahren. Wir haben nichts zu verlieren, können lockerer spielen, mehr riskieren. Natürlich werden wir verstärkt das Service trainieren – aber entscheidend ist immer, wie es dann am Spieltag funktioniert.“