Erstellt am 10. Dezember 2015, 03:18

von Christopher Eckl

Böhm trotzte allen Widrigkeiten. Der Pfaffenschlager Michael Böhm dominierte auch heuer die 2WD-Klasse und holte sich den dritten Staatsmeistertitel in Folge. Die sportliche Zukunft ist dennoch ungewiss.

Michael Böhm und Katrin Becker – das passt einfach. Die WM-erprobte Co-Pilotin aus Deutschland hat maßgeblichen Anteil am Titelhattrick des Pfaffenschlagers. Die sportliche Zukunft des Duos ist aber trotz der Erfolge ungewiss. Foto: privat  |  NOEN, privat

Von Null auf Hundert – unter diesen Titel könnte man die kürzlich beendete Rallye-Saison von Michael Böhm stellen. Der mittlerweile dreifache 2WD-Staatsmeister musste nämlich zu Jahresbeginn ordentlich bangen.

„Uns sind knapp vor der Saison zwei wichtige Sponsoren abgesprungen. Daher war nur noch die Hälfte der Rennen durchfinanziert“, erklärt der 41-jährige bei einem Blick in den Rückspiegel. Der Antritt bei der Jänner-Rallye im Mühlviertel fiel dem Sparstift zum Opfer.

Böhm wusste, um den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, müssen nun perfekte Rennen her. Und die gelangen dem Pfaffenschlager! „Wir haben uns hinter den allradgetriebenen Ford Fiesta S2000 als stärkste Kraft etabliert.“ Wir, das sind Böhm und seine Beifahrerin Katrin Becker, die laut dem dreifachen Staatsmeister aufgrund ihrer Präzision und Ruhe ein Hauptgrund für die zahlreichen Erfolge ist.

Fünf Mal trat das Duo heuer im Suzuki Swift 1600 bei Staatsmeisterschaftsläufen an, ebenso oft war man in der Klasse der zweiradgetrieben Boliden nicht zu schlagen. Danach ließen Böhm und Becker den Meisterschaftslauf in Liezen aus, bündelten stattdessen die Kräfte für ein ganz besonderes Vorhaben – den Antritt mit einem „Vierradler“, dem Fiesta 2000, bei der Waldviertel Rallye.

Dabei landete Böhm auf dem vierten Rang, fixierte den erstmaligen Vizemeistertitel in der „großen“ Klasse. „Gerne hätte ich das Podest geschafft, ich war lange im Kampf um Platz zwei dabei.“

Ausgerechnet beim letzten Rennen der Saison spielte ihm der Körper einen Streich, eine verschleppte Grippe wurde in Form einer Angina zum Bumerang. Dennoch schreit der Premieren-Einsatz in einem Allrad nach Wiederholung: „Ich habe natürlich Blut geleckt, habe gesehen, dass ich das Zeug habe, ganz vorne mitzufahren.“

Was könnte den Traum einer ganzen Vierradler-Saison verhindern? Das liebe Geld! „So ein Projekt zu finanzieren ist ein schwerer Akt. Die Richtung für die kommende Saison ist noch nicht gesteckt.“ Ab Jänner beginnen intensive Gespräche, spätestens bis März sollte der Fahrplan für die Saison 2016 stehen.