Erstellt am 29. September 2015, 09:08

von Michael Salzer

"Hatten Angst vor der Niederlage". Beide Trainer wollten mehr sehen, doch die Kicker hielten sich nicht an die Vorgaben.

Nach dem Schlusspfiff des Waldviertel-Derbys gaben sich die Kicker aus Zwettl und Waidhofen/Thaya mit dem 1:1-Remis zufrieden, doch beide Trainer ärgerten sich mächtig darüber.  |  NOEN, Michael Salzer

Dass die Trainer Ljubo Petrovic und Christian Karl ganz ähnlich gestrickt sind, war sowohl bei der Derby-Vorschau als auch bei der Analyse deutlich erkennbar. „Mit der ersten Halbzeit bin ich halbwegs zufrieden, aber mit der zweiten sicher nicht“, bilanzierte Zwettl-Coach Ljubo Petrovic. „Ich wollte, dass wir den Zuschauern ein attraktives, offensives Match bieten. Aber die Mannschaft hatte anscheinend Angst vor der Niederlage.“

SCZ-Stürmer Gregor Schmidt widersprach: „Natürlich wollten wir gewinnen, aber wir sind in der zweiten Halbzeit nicht mehr richtig ins Spiel gekommen.“ Und zwar aus folgenden Gründen: „Die Waidhofner sind in der zweiten Halbzeit viel tiefer gestanden, daher hatten wir keinen Platz mehr zum Spielen. Dann hat sich Thomas Müllner verletzt und ist raus gegangen – wir mussten komplett umstellen und haben uns noch schwerer getan.“

Matchplan wurde nur in Hälfte eins befolgt

SVW-Trainer Christian Karl fand noch deutlichere Worte als sein Gegenüber: „Ich bin sehr enttäuscht, weil die Mannschaft über 90 Minuten schlecht gespielt hat. Die Burschen haben nur 50 Prozent von ihrem Potenzial gezeigt. Dabei haben die Herren ganz genau gewusst, was ich von ihnen will! Zum Beispiel hätten wir die Versorgung ihrer starken Flügelspieler gleich im Ansatz verhindern sollen. Leider ist mein Plan nicht umgesetzt worden, weil wir, speziell in der zweiten Halbzeit, Angst vorm Verlieren hatten. Aber Vorgaben sind zu erfüllen – das müssen und werden wir im Lauf der Woche noch besprechen.“

Und so schaut die Derby-Analyse des eingewechselten Waidhofen-Stürmers Stefan Schimmel aus: „Das letzte Risiko hat gefehlt, zudem haben beide Teams nicht ihre besten Leistungen abgerufen. Aus meiner Sicht ist es ein gerechtes Remis, mit dem alle gut leben können.“