Erstellt am 27. April 2016, 05:24

von Christopher Eckl

Die Motivatorin geht. Nach 20 Jahren beim Verein kehrt Karin Mitterecker der SPU Zwettl und dem Volleyballsport den Rücken. Nun will sie sich ganz auf ihre berufliche Karriere konzentrieren.

Das letzte Service. Karin Mitterecker, Urgestein der Zwettler Volleyballerinnen, hängt das SPU-Trikot nach 20 aktiven Jahren an den Nagel.  |  NOEN, NÖN

Zum allerletzten Mal stand Karin Mitterecker in der Vorwoche in Ybbs auf jenen „Brettern“, die 20 Jahre lang für sie eine Welt bedeuteten – nämlich am Volleyball-Parkett. Nach nur 79 Minuten war Schluss. „Im letzten Spiel war natürlich viel Wehmut dabei. Generell stand mein Entschluss aber schon länger fest, daher konnte ich die drei Sätze noch einmal richtig genießen“, meinte die Zwettlerin nach ihrem letzten Landesliga-Auftritt.

Als der Matchball zum glasklaren 3:0-Erfolg verwandelt war, stand die Aufspielerin selbst im Mittelpunkt einer ordentlichen Sektdusche. Etwas wässrig könnte es im Anschluss durchaus in den Augen der langjährigen Kapitänin geworden sein: „Die Spiele und vor allem die Spielerinnen und das Betreuerteam werden mir bestimmt abgehen. Vor allem, wenn ich dann auf der Zuschauerbank Platz nehmen werde“, erklärt Mitterecker.

Ihre Entscheidung, dem Volleyball den Rücken zu kehren, bereut die 28-jährige dennoch nicht. „Es war für mich der richtige Zeitpunkt, da sich mein Lebensmittelpunkt nach Wien und Klosterneuburg verlagert hat. Neben der Arbeit lässt sich das alles nicht mehr so leicht vereinbaren wie als Studentin.“ Nachsatz mit einem Augenzwinkern: „Und nach 20 Jahren kann man durchaus schon mal in die Sportpension gehen.“ Nun gilt ihre volle Konzentration dem Job als Technikerin in der Baubehörde der Stadtgemeinde Klosterneuburg.

Laut SPU-Coach Tobias Rudig hinterlässt der Rücktritt Mittereckers auf und abseits des Courts eine riesige Lücke. Denn: „Die Karin war immer mit vollem Einsatz und Ehrgeiz bei der Sache. Ihre Erfahrung und auch ihre gezeigte Motivation, die oft Antrieb für die Mitspielerinnen war, wird uns mit Sicherheit sehr fehlen!“ Der angesprochene Ehrgeiz der „SPU-Motivatorin“ zeigt sich auch bei Mittereckers Saisonanalyse. Für die Zwettlerinnen sei mehr möglich gewesen, als der fünfte Rang. „Ganz zufrieden sind wir damit nicht, denn wir wissen einfach, dass wir mehr drauf haben. Mit ein bisschen mehr Konstanz und Glück wäre auch der dritte Platz drinnen gewesen.“