Erstellt am 25. November 2015, 05:23

von Christopher Eckl

Die Weste ist nicht mehr blütenweiß. Nach dem Europacup-Aus gegen Amriswil setzte es gegen Meister Tirol die erste Niederlage in der Liga.

Zurück in der Realität. Nach dem tabellarischen Höhenflug zum Saisonauftakt mussten Union Waldviertel-Trainer Nurko Causevic (re.) und sein Team am Samstag gegen Titelverteidiger Hypo Tirol die erste AVL-Niederlage einstecken. Zuspieler und Kapitän Michal Peciakowski (li.) bemängelte die schüchterne Herangehensweise an das Liga-Spitzenspiel: „Wir haben zu viel Respekt gezeigt.“  |  NOEN, Michael Salzer

CEV Challenge Cup

WALDVIERTEL - AMRISWIL 2:3.

Die Schweizer zeigten, dass sie mehr sind, als die Ein-Mann-Show von Sebastien Steigmeier vom Hinspiel. Anders als eine Woche zuvor, wurde die Offensivlast auch vom in Amriswil nicht eingesetzten Mittelblocker Aleksandar Ljubicic (77% erfolgreiche Angriffe) und von Außenspieler Miroslav Tomasik geschultert. Das Trio sicherte den Gästen den frühzeitigen Aufstieg.

Denkwürdig für Fans und Spieler der Waldviertler war vor allem Set zwei. Hier zogen erst die Angereisten mit 5:1 davon. Die Gäste kämpften sich aber in den Windschatten, waren bei 17:17 erstmals ebenbürtig. Am Ende des Durchgangs glänzte Anton Menner mit einer überragenden Serviceserie. Dank fünf Punkten in Folge ging der Satz an die URW. „Da haben wir perfekt als Mannschaft agiert und gezeigt, dass wir im internationalen Volleyballzirkus mitspielen können“, meinte Teamspieler Menner.

Kurz darauf wanderte das Momentum aber wieder auf die andere Seite des Netzes. Amriswil erwischte die Union eiskalt, ging mit 6:1 in Front. „Dumme Eigenfehler haben uns da aus dem Flow gerissen“, ärgerte sich Menner. Nachdem die Gäste den dritten Abschnitt klar mit 25:15 eingesackt und somit den Aufstieg in die dritte Runde fixiert hatten, tauschten sie die halbe Grundsechs aus. Im folgenden Schaukampf holte sich das URW-Team den vierten Satz knapp. Der fünfte Durchgang ging wiederum deutlich an die Schweizer.

Austrian Volley League

TIROL - WALDVIERTEL 3:0.

Beim Titelverteidiger holte sich die URW die „Pflichtwatschen“ ab. Im Vorfeld der ersten Saisonniederlage zeigten die Waldviertler für den Geschmack von Kapitän Michal Peciakowski zu viel Hochachtung vor den mit reichlich Qualität ausgestatteten Tirolern. „Man muss ihre Klasse schon anerkennen, aber man muss das nicht schon vor dem Spiel tun“, meinte der routinierte Zuspieler.

Wie schon in den beiden Partien gegen Amriswil lief die Causevic-Truppe auch in Innsbruck in Durchgang zwei zur Höchstform auf. Nachdem Set eins mit 18:25 deutlich an die Hausherren gegangen war, wurde der Folgeabschnitt erst in der Verlängerung entschieden. Starke Serviceserien und tolle Feldverteidigung machten‘s möglich. Schlussendlich besiegelten aber zwei Angriffsfehler des Waldviertel-Sextetts das 26:24 für Tirol. Warum‘s letztlich nicht zum Satzgewinn reichte? Kopfsache!

Peciakoswki: „Wir haben immer daran gedacht, wie stark Tirol ist. Es hätte anders ausgehen können, wenn wir in dieser Phase nicht so viel Respekt gezeigt hätten.“ Forscher gingen die Hausherren im dritten Satz zu Werke: 71 Prozent an positiven Annahmen bedeuteten nicht nur den Spitzenwert des Abends, sondern legten auch den Grundstein zum 25:19.