Erstellt am 03. Februar 2016, 04:33

von Christopher Eckl

Hahn: „Wir haben alles herausgeholt!“. Der Union Waldviertel gelang gegen den Titelverteidiger aus Tirol ein umjubelter Satzgewinn.

Am Block schossen die Waldviertler (von links: Michal Peciakowski, Tibor Filo, Anton Menner) öfters übers Ziel hinaus, landeten im zweiten Satz gleich sieben Mal im Netz. Doch in Summe zahlte sich das Risiko aus: Die Tiroler „Riesen“ wurden mit 16:11 Blockpunkten, allein neun davon im dritten Abschnitt, deutlich übertrumpft.  |  NOEN, Michael Salzer

WALDVIERTEL - TIROL 1:3. Satzverluste in der AVL kennt Meister Hypo Tirol eigentlich nicht. Der letzte datiert vom 12. November 2015. Damals gab man gegen den Dauerrivalen aus Aich/Dob einen Durchgang ab. Der letzte Satzverlust? Nein, der vorletzte! Denn auch die Waldviertler knöpften dem Champions-League-Teilnehmer aus Innsbruck einen Durchgang ab. Ein 27:25 in Abschnitt drei feierten 450 Zuschauer in der Zwettler Sporthalle frenetisch.

Ermöglicht wurde dieser fast historische Moment unter anderem durch gleich neun Blockpunkte der Smejkal-Truppe. Mit einem Vorsprung von bis zu sechs Punkten zwang man Tirol-Coach Daniel Gavan auch zur Einwechslung des bärenstarken Außenangreifers Jannis Peda. Der war an der Aufholjagd der Gäste federführend beteiligt, konnte aber nicht verhindern, das sein Team in der Folge zwei Matchbälle liegen ließ. Das nützten die Hausherren –  sie sicherten sich Abschnitt drei in der Verlängerung und stellten auf 1:2 in Sätzen.

Am Block ging man hohes Risiko ein

Davor, im Eröffnungssatz, regierte die Zahl Fünf. So viele Punkte hatten die Waldviertler kurz nach Matchbeginn Vorsprung (11:5). Ebensoviele Zähler machten die Tiroler dann zur Satzmitte in Serie und zogen damit vorentscheidend von 16:16 auf 21:16 davon. Im zweiten Durchgang, der mit 25:18 an die Innsbrucker ging, machte die Sieben die Runde. So oft landete in diesem Abschnitt der Block der Heimischen im Netz. „Da haben wir ein bisschen zu viel riskiert“, erklärte Mittelblocker Petr Calabek. „Das gehört aber dazu. Wenn du das nicht machst, bist du gegen die Tiroler nach einer Stunde unter der Dusche.“

Nach dem furiosen Satzgewinn zeigten sich die Waldviertler fehlerhaft, Tirol spielte gegenüber die Routine aus. „Vor allem die letzten sechs Punkte haben wir ohne Hirn gespielt“, ärgerte sich Calabek. Dass im vierten Abschnitt nur noch 15 Zähler auf der Habenseite standen, störte URW-Manager Werner Hahn bei seiner Matchanalyse wenig. „Wir haben heute alles, was ging, heraus geholt. Gegen Tirol einen Satz zu gewinnen, ist einfach super!“

as seinem Team im Vergleich zum Liga-Primus (noch) fehlt? „Auf alle Fälle die Abschlaghöhe, da sind die Tiroler um 30 Zentimeter höher dran.“ Auch an das Tempo, mit dem der Meister seine Angriffe vorträgt, müsse sich die URW noch gewöhnen. „Dafür brauchst du einfach viele Spiele auf dem Niveau.“