Erstellt am 16. März 2016, 05:14

von Michael Salzer

„Ich komme wieder!“. Bei seinem ersten Vasalauf-Abenteuer in Schweden musste Christoph Schwarzl einiges Lehrgeld zahlen, kühlte total aus, blieb letztlich knapp unter der Fünf-Stunde-Marke.

Christoph Schwarzl kam, mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck, vom »Vasaloppet 2016« in Schweden zurück.  |  NOEN, Foto: privat

„Das war der Vasaloppet 2016.“ Christoph Schwarzl, der aus Gutenbrunn stammende Physiotherapeut und ambitionierte Volkslangläufer, kam mit unzähligen Impressionen und wertvollen Erfahrungen aus Schweden zurück.

Am Start wurde die monatelange, intensive Vorbereitung mit der begehrten Position in der fünften Reihe belohnt – direkt neben zahlreichen Weltstars der Langlauf-Szene. „Während die Vasalauf-Hymne gespielt wurde, herrschte Gänsehaut-Stimmung, danach gespenstische Stille“, schildert Schwarzl. „Plötzlich ging das Startgitter nach oben und 15.800 Läufer stürmten gemeinsam los.“

Zunächst schien für den Waldviertler alles optimal zu laufen. Doch nach elf Kilometern passierte das Unerwartete: „Schneegestöber und eisiger Wind wehten uns in der flachen Hochmoorlandschaft entgegen. Ich spürte wie mir immer kälter und mein ganzer Körper steif wurde. Der Rhythmus war weg, ich konnte nicht einmal mehr das Tempo meiner Gruppe im Windschatten halten. Die nächsten 40 Kilometer sollten die härtesten in meinem Langläufer-Leben werden.“

„Das Vasa-Fieber hat mich gepackt“

Am absoluten Tiefpunkt fiel sein Puls unter 130 Schläge – doch bei Kilometer 55 kam die plötzliche Wende zum Positiven, berichtet Christoph Schwarzl: „Mir wurde wieder wärmer, langsam kam die Energie zurück. So schnell wie der Einbruch kam, war auch die Kraft wieder da.“

Allerdings nur bis zum nächsten Rückschlag: Bei einem selbstverschuldeten Sturz brach der linke Stock, so musste sich der Gutenbrunner etwa fünf Kilometer bis zur nächsten Zeitstation kämpfen, wo er einen Ersatzstock bekam. Mit der Wut im Bauch schoss Schwarzl alle verblienenen Reserven in die letzten elf Kilometer, startete erneut eine Aufholjagd. Schließlich passierte er nach exakt 4:58:40 Stunden die Ziellinie auf Position 847 in der Gesamtwertung.

„Meine ambitionierten Ziele, vor allem einen Top 500-Rang, konnte ich zwar nicht erreichen“, bilanzierte Christoph Schwarzl. „Dazu muss einfach alles in den fünf Stunden von Sälen nach Mora stimmen. Trotzdem bin ich glücklich und zufrieden, den Vasaloppet 2016 gerade noch unter fünf Stunden gefinisht zu haben. Und eines ist sicher: das Vasa-Fieber hat mich gepackt. Ich komme wieder!“