Erstellt am 15. September 2015, 09:01

von Michael Salzer

3500 Zuschauer am Zwettler Hauptplatz. Jessica Pilz holte ihren ersten Meistertitel, Lukas Ennemoser triumphierte zum zweiten Mal in Zwettl.

Spektakulärer Sportevent mitten in der Stadt: Die Boulder-Staatsmeister wurden am Samstag zum zweiten Mal am Zwettler Hauptplatz ermittelt. Jessica Pilz (19) aus Haag kletterte zu ihrem ersten Titel.  |  NOEN, Michael Salzer

Zum vollen Erfolg wurde das zweitägige Boulder-Event „Klettern in der Stadt“ am Zwettler Hauptplatz: Bei spätsommerlichen Bedingungen verfolgten insgesamt etwa 3500 Zuschauer die hochklassigen Wettkämpfe mit etwa 120 Athleten. „Echt lässig, wir können uns nicht beschweren“, bilanzierte Johannes Ettmayer, Funktionär im Wettkletterverband und Organisationsleiter vom Österreichischen Alpenverein, Sektion Zwettl.

„Die Bewerbe waren spannend, die Stimmung war großartig, im organisatorischen Bereich hat alles funktioniert. Wir freuen uns sehr, dass wir eines der größten Sportereignisse Österreichs in der Stadt Zwettl über die Bühne gebracht haben.“

Weil Weltklasse-Athletin Anna Stöhr (Anm.: Ringbandriss) fehlte, kletterte Jessica Pilz vom Alpenverein Haag im Damen-Bewerb quasi in ihrer eigenen Liga. Die 19-jährige Niederösterreicherin, zuletzt dreifache Medaillen-Gewinnerin bei der Junioren-WM in Italien, löste die vier aufgebauten Boulder-Probleme großteils spielerisch, holte sich ihren ersten Staatsmeister-Titel souverän vor Franziska Sterrer (OÖ) und Anna Vollenwyder (Wien).

Fichtinger verpasste Finale ganz knapp

Wesentlich knapper ging es bei den Herren zu: Mit zwei Flashs im Finale boulderte Lukas Ennemoser zu seinem zweiten Titel – den ersten hatte der Ötztaler vor vier Jahren in Zwettl erobert. „Ich hätte nicht gedacht, dass zwei Tops am Ende für den Sieg reichen würden. Dieser Titel bedeutet mir sehr viel, bringt einen extra Schub Motivation.“ Silber ging an Alfons Dornauer, der Zillertaler benötigte bei gleicher Erfolgsquote um zwei Versuche mehr als sein Tiroler Landsmann. Obwohl er kein gezieltes Boulder-Training mehr betreibt, landete Routinier Kilian Fischhuber (32) aus Waidhofen/Ybbs auf Rang drei.

Der Zwettler Philip Fichtinger schaffte in der Qualifikation sechs von acht Routen, brauchte dafür aber zu viele Versuche, verpasste somit das angestrebte Finale und landete auf dem zwölften Endrang. „Wirklich schade, so gut war ich noch nie, aber die Konkurrenz war zu stark.“