Erstellt am 11. Mai 2016, 05:54

von Christopher Eckl

Mit neuem Coach auf Rang neun. Schwaiger und Hansel landeten in Russland zum dritten Mal hintereinander unter den besten Zehn.

Bei taktischen Besprechungen von Steffi Schwaiger (re.) und Barbara Hansel stehen weiterhin die Statistiken von Fernando Rodriguez im Vordergrund. Spieltechnisch arbeitet man aber seit Anfang voriger Woche mit dem brasilianischen Trainer Leonardo Da Silva zusammen.  |  NOEN, FIVB

Nachdem sich Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel am vorletzten Wochenende von Trainer Richard Müller getrennt hatten (die NÖN berichtete), sah es erst danach aus, als würde ÖVV-Statistiker Fernando Rodriguez auch die Trainingsarbeit übernehmen.

So ganz alleine anvertrauen wollte man dem Ecuadorianer das heimische Beach-Parade-Duo dann aber doch nicht. Schon beim Quali-Auftakt in Sotschi/Russland hatte der brasilianische ÖVV-Verbandscoach Leonardo Da Silva die Trainerrolle inne. Eine Personalentscheidung, die von Österreichs Volleyballverband offensichtlich voll mitgetragen wurde, wie ein Statement von Präsident Peter Kleinmann beweist: „Mit dieser Konstellation konnte für Schwaiger/Hansel wieder ein perfektes Umfeld geschaffen werden.“

„Damit konnte wieder ein perfektes Umfeld
geschaffen werden.“ Peter Kleinmann über
Leonardo Da Silva, den neuen
Coach von Schwaiger/Hansel

Zur angesprochenen „Konstellation“ gehört auch weiterhin Rodriguez. Wie wichtig der „Meister der Zahlen“ auch fürs Spiel von Schwaiger und Hansel ist, zeigt die Bilanz, die Steffi Schwaiger nach dem Zwischenrunden-Sieg gegen die Gastgeberinnen Ukolova/Birlova zog: „Fernando hat uns heute wieder perfekt auf das Spiel eingestellt und wir konnten die Infos aus der statistischen Auswertung sehr gut umsetzen.“ So gut, dass die Russinnen im dritten Saison-Duell erstmals in die Schranken gewiesen wurden – der Sieg bedeutete den Einzug ins Achtelfinale.

Davor überwanden die beiden Österreicherinnen mit einem 2:0 gegen Chamereau/Lusson aus Frankreich die Quali-Hürde. In der Pool-Phase setzte zwei Niederlagen. Einen deutlichen Erfolg gab’s auch: 21:9, 21:15 gegen die Ukrainerinnen Davidova/Shchypkova. Aufgrund des besseren Punkteverhältnisses ging’s trotz durchwachsener Bilanz weiter in die Zwischenrunde. 

Gallay/Klug siegten nach drei Sätzen

Nach dem bereits erwähnten, überzeugenden Erfolg gegen Ukolova/Birlova war im Achtelfinale das Ende der Fahnenstange erreicht. Im Duell mit Gallay/Klug aus Argentinien verbuchten die Großglobnitzerin und die Salzburgerin Set eins mit 21:19 für sich. Der zweite Durchgang ging in der Verlängerung (23:25) an die Argentinierinnen. Die sicherten sich auch Abschnitt drei. „Wir hatten es in der Hand, konnten unsere Chance aber nicht nutzen. Das schmerzt“, resümierte Schwaiger.

Ihre Partnerin Hansel sprach von „Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben“, war aber auch froh über die dritte Top Ten-Platzierung in Serie: „Darauf können wir schon ein bisschen stolz sein.“ Die gute Turnierbilanz trübt ein Blick aufs Olympic-Ranking. Hier könnten Schwaiger/Hansel keinen Boden gut machen – dafür hätte ein Platz unter den ersten Fünf herausspringen müssen.