Erstellt am 02. März 2016, 05:24

von Christopher Eckl

Mit Ruhe zum Comeback. Absolutes Sportverbot – so will Andreas Haider-Maurer seine Fersenverletzung heilen. Um danach den Anschluss zu schaffen, wird er auf das „Protected Ranking“ zurückgreifen.

Im Laufe der nächsten Woche will Andreas Haider-Maurer endlich die Krücken gegen den Tennisschläger eintauschen.  |  NOEN, Foto: privat

Drei Wochen Bewegungspause sind schon für leidenschaftliche Hobbysportler ziemlich mühsam. Für einen Profi-Athleten wie Andreas Haider-Maurer ist diese Ruhezeit eine absolute Qual. „Das fällt mir schwer, ich bin derzeit nicht so gut drauf“, gibt der Gerungser einen kleinen Einblick in seine Gemütsverfassung.
Seit zwei Wochen geht AHM nun auf Krücken. Kraft- und Ergometertraining, das er zuvor noch absolviert konnte, sind gestrichen. Ziel des Sportverbotes: Die Entzündung an der Sehnenplatte an der rechten Ferse soll abklingen.

„Ich hoffe, dass das nächste Woche der Fall ist. Dann kann ich den Fuß langsam wieder belasten“, erklärt die ehemalige Nummer 47 der ATP-Weltrangliste. Geht die Entzündung nicht zurück, heißt es weiterhin schonen. An eine mögliche Operation will Haider-Maurer noch nicht denken: „Das ist der letzte Ausweg. Es gibt auf dem Gebiet wenig Erfahrungswerte. Es muss nicht sein, dass der Fuß dann wirklich gut ist. Außerdem muss ich nach einer OP sicher vier Monate pausieren. Da ist die Saison im Grunde gelaufen.“

Mit Protected Ranking zu den Grand Slams

Im Moment plant die heimische Nummer drei, Ende April auf die Tour zurückzukehren. Auf alle Fälle wird er dann das „Protected Ranking“ in Anspruch nehmen. Damit hat er bei neun ATP-Events die Chance, mit jener Weltranglisten-Platzierung in der Setzliste berücksichtigt zu werden, die er in den ersten drei Monaten seiner Pause im Schnitt belegt hat – bei AHM ist dies Rang 63. „Damit kann ich bei den Grand Slam-Turnieren und bei den Australian Open im Jänner fix im Hauptbewerb spielen“, schaut der Waldviertler in die Zukunft.

Gegenwärtig macht der Blick auf die Weltrangliste wenig Spaß. Vorige Woche fiel das letztjährige ATP 500-Semifinale von Rio aus der Wertung, und Haider-Maurer rasselte im Ranking um 32 Plätze auf Rang 106 runter. Aktuell rangiert er auf 119. Bis zur angestrebten Rückkehr zum Turniertennis Ende April gehen weitere 175 Punkte flöten. „Da werde ich rund um Platz 200 stehen“, zeigt sich AHM realistisch. „Damit habe ich mich abgefunden.“ Bis zum Jahresende soll das Punktekonto wieder fetter werden, denn: „Im Dezember möchte ich wieder unter den Top 100 vertreten sein.“

Wenn seine ÖTV-Kollegen ab Freitag im Davis Cup-Duell mit Portugal zum Schläger greifen, drückt Andreas Haider-Maurer vor dem Fernseher die Daumen. Alles andere als ein Sieg der Österreicher würde ihn überraschen: „Nachdem Dominic Thiem zugesagt hat, sind wir die klaren Favoriten.“