Erstellt am 27. April 2016, 05:34

von Christopher Eckl und Michael Salzer

Mit „Smejk“ kam die Wende. Die Waldviertler Volleyballer blicken auf eine bronzene Saison mit deutlich mehr Höhen als Tiefen zurück. Ob der Erfolgstrainer bleibt, ist nach wie vor offen.

Zdenek Smejkal hat die Union Waldviertel binnen kurzer Zeit zur dritten Kraft im österreichischen Volleyball getrimmt – und wird in den nächsten Tagen entscheiden, ob er seinen erfolgreichen Weg im Waldviertel weiter geht.  |  NOEN, Michael Salzer

Toni Menner, der zuletzt in Hochform agierende Außenangreifer der Union Waldviertel, bringt die abgelaufenen AVL-Saison seines Teams in zwei Sätzen exakt auf den Punkt: „Im Grunddurchgang haben wir stark angefangen und dann wieder stark nachgelassen. Nach dem Trainerwechsel sind wir wieder auf den roten Faden zurückgekommen und haben das dann bis zum Schluss durchgezogen.“

Gut charakterisieren kann man die Spielzeit 2015/16 der URW auch anhand der Saisonduelle mit dem NÖ-Rivalen VCA Amstetten. Eine Rückschau in drei Akten: Beim ersten Derby im November hing der Himmel für die Waldviertler voller Geigen. Die damals noch von Nurko Causevic betreute Truppe feierte im ORF-Livespiel einen klaren 3:1-Sieg und lachte nach fünf Erfolgen in Serie von der Tabellenspitze.

Danach folgte das Aus im Europacup gegen Amriswil (Schweiz) sowie zwei erwartbare Niederlagen gegen die beiden Topteams der Austrian Volley League, Tirol und Aich/Dob. Und, auch bedingt durch personelle Engpässe, die absoluten Tiefschläge in der Zwettler Halle – 2:3 gegen Graz und 0:3 gegen Oberösterreich. „Das waren zwei echt blöde Niederlagen“, erinnert sich Petr Calabek, der damals, ebenso wie seine Block-Kumpanen Tibor Filo und Dawid Siwczyk, körperlich angeschlagen war.

Nach der Weihnachtspause stieg das zweite Saisonduell mit Amstetten, und dies wurde zum fulminanten Comeback von Trainer Zdenek Smejkal im Waldviertel. Von Causevic hatte man sich Anfang Jänner getrennt, mit „Smejk“ auf der Kommandobrücke verabschiedete man die Mostviertler mit einem 3:1 aus der Zwettler Stadthalle. Letztlich sollte es ein Wiedersehen mit dem VCA geben. Nachdem die URW den Grunddurchgang auf Rang vier beendet hat, revanchierte man sich an Enns – 2:1 in der Viertelfinalserie. Danach hielten die Smejkal-Boys gegen den Serien-Meister aus Tirol gut mit, mehr als ein Satzgewinn war aber nicht möglich.

Abstand zum Duo an der Spitze schrumpfte

Im Spiel um Platz drei zeigte die Union erneut ihre ganze Klasse, fertigte die Mostviertler zwei Mal mit 3:1 ab. Die zweite Bronze-Medaille nach 2012 bedeutet für die URW die „Endstation Sehnsucht“ – das Saisonziel (zumindest Platz vier) wurde sogar übertroffen! Für Kapitän Michal Peciakowski wird nun auch der Abstand zu den Spitzenteams Tirol und Aich/Dob kleiner: „Vor ein paar Jahren war ein Satzgewinn ein Traum für uns. Hätten wir länger mit Smejki zusammen gearbeitet, hätten wir vielleicht schon einen Finalisten besiegt.“

Kaum ist die Saison beendet, startet nun die intensive Vorbereitungsphase fürs legendäre Sportlerfest in Arbesbach (13. - 15. Mai). Zugleich sollen bis dahin, laut Manager Werner Hahn, auch schon die Personal-Entscheidungen für die nächste AVL-Spielzeit gefallen sein.

Bei den Planungen spielt zunächst der Erfolgstrainer die Hauptrolle: Zdenek Smejkal hat seine Tätigkeit beim tschechischen Nationalteam aus gesundheitlichen Gründen beendet und verhandelt diese Woche mit Ostrava – wo er vor einem halben Jahr unter kuriosen Umständen abgelöst worden ist (die NÖN berichtete). Hahn: „Smejk hat mir gesagt, dass die Entscheidung nächsten Montag fällt.“ Erst danach könne man konkret mit den Spielern verhandeln – Mittelblocker Tibor Filo will weg, Toni Menner hat offensichtlich mehrere Angebote von Spitzenklubs vorliegen: „Aus jetziger Sicht kann ich sagen, dass ich ziemlich sicher nicht im Waldviertel bleiben werde. Wohin ich gehe, ist aber noch unklar.“