Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:58

von Michael Salzer

„Neue Maßstäbe gesetzt“. Johannes Ettmayer blickt auf den Höhepunkt des regionalen Sportjahres 2015 zurück und erklärt, wie man Klettern im Waldviertel weiter entwickeln will.

Organisationsleiter Johannes Ettmayer und sein Team sorgten für den spektakulären Auftritt der österreichischen Klettersport-Elite mitten in Zwettl.  |  NOEN, Andrea Hirsch

Weiterhin im Aufwärtstrend befindet sich der Klettersport in Österreich, zugleich auch im Waldviertel. „Der Ansturm ist kaum zu bewältigen“, sagt Johannes Ettmayer, der NÖ-Referent für Sportklettern aus der Waldrandsiedlung bei Zwettl.

Weit über hundert Leute hätten im Jahr 2015 einen Kletterkurs in der Halle der Sportmittelschule Zwettl, wo die einzige große Kletterwand im Waldviertel (200 m²) steht, absolviert. Doch anhand der Anfragen weiß man, dass es noch viel mehr hätten sein können.

Welches Potenzial im (regionalen) Klettersport steckt, hat nicht zuletzt die Boulder-Staatsmeisterschaft im abgelaufenen Jahr am Zwettler Hauptplatz gezeigt: Etwa 80 Leute haben bei der gesamten Organisation mitgeholfen, geschätzte 3500 (!) Zuschauer verfolgten die hochklassigen und spannenden Wettkämpfe. „In Zwettl haben wir, mit der riesigen LED-Wand und der einzigartigen Kulisse mitten im Zentrum, neue Maßstäbe für nationale Wettkämpfe gesetzt.“

Projekt in der Schublade

Doch wie kann man in Zukunft mehr Leuten den Zugang zum aktiven Klettersport ermöglichen? Der springende Punkt ist: Die SMS-Halle steht, für den Alpenverein Zwettl und dessen Mitglieder, in Summe nur für 6,5 Stunden pro Woche zur Verfügung. Das heißt: Der enge Zeitrahmen ist weder für reine Hobby- noch für ambitioniertere Kletterer aus der Region, zum Beispiel der Zwettler Philip Fichtinger, günstig bzw. attraktiv – letztere sollten täglich trainieren, um bei Wettkämpfen konkurrenzfähig bleiben zu können.

Zur Verbesserung der Gesamtsituation habe der Alpenverein Zwettl schon längere Zeit ein konkretes Projekt in der Schublade, erklärt Johannes Ettmayer. Konkrete Details dazu will er aber nicht nennen. „Weil es ein Schuss ins eigene Knie wäre, wenn etwas veröffentlicht wird, was erst noch besprochen, beschlossen und finanziert werden muss. Wir brauchen viel Geduld. Die Mühlen mahlen deshalb langsam, weil viele Faktoren berücksichtigt werden müssen und ein Konsens zwischen Schule, Land und Gemeinde gefunden werden muss.“

m Die NÖ-Schullandesmeisterschaften und der traditionsreiche Zwettler Rockmaster finden am 26./27. Februar 2016 in der SMS-Halle statt. Mehr Infos und Termine unter:

www.alpenverein.at/waldviertel