Erstellt am 10. Dezember 2015, 02:13

von Christopher Eckl

Partie gegen Graz: Lang und bitter. Die Waldviertler stemmten sich fast zweieinhalb Stunden an, verloren dennoch knapp gegen Graz.

 |  NOEN, Michael Salzer

WALDVIERTEL - GRAZ 2:3. Wenn die Grazer in Zwettl aufspielen, dann kann's schon mal länger dauern – das wissen die Waldviertler Volleyball-Fans aus zahlreichen, legendären Duellen der beiden Teams in den letzten Jahren.

So lange wie am Samstag dauerte aber überhaupt noch nie ein Bundesliga-Spiel der URW: Stolze 142 Minuten matchte sich die Causevic-Truppe mit den Steirern. Der Ausgang war aus Sicht der Heimischen negativ.

„Unser Spiel war schon immer über die Mitte ausgerichtet. Aber diesmal waren unsere drei Mittelblocker krank oder verletzt. Das ist wirklich eine ungewöhnliche Situation, die von den Grazern gut ausgenützt wurde“, kannte Manager Werner Hahn den Hauptgrund für die erste Heimniederlage in der laufenden AVL-Saison.

Dawid Siwczyk brach sich im Abschlusstraining am Freitag einen Mittelhandknochen, Petr Calabek kämpft nach wie vor mit seiner langwierigen Schulterverletzung, Tibor Filo spielte mit einer fiebrigen Erkältung. Hahn: „Wären wir komplett gewesen, hätten wir 3:0 gewonnen.“

So musste sein Team nach einem extrem langen zweiten Abschnitt (33:35!) einen 0:2-Rückstand zur Kenntnis nehmen. Die Steirer waren am Service einen Tick konstanter, machten nur vier Fehler – damit brachten sie die Heimischen ins Schwitzen.

Der erfahrene US-Amerikaner Dan Kellum wurde danach eingewechselt, nahm etwas Druck von „Haupt-Aufschlagziel“ Rudinei Boff. Der Brasilianer konnte sich fortan in der Offensive entfalten. Er sorgte dafür, dass den Heimischen der Satzausgleich gelang, am Ende des Matches bedeuteten seine 33 Punkte den Tageshöchstwert.

Ein Spiegelbild der gesamten Partie war der Entscheidungssatz. Nach einem 25-minütigen Kopf-an-Kopf-Rennen behielten die Steirer knapp mit 20:18 die Oberhand.

SALZBURG - WALDVIERTEL 0:3. Der Pflichtsieg beim Aufsteiger war im Vergleich zur Graz-Partie zwei Tage davor rekordverdächtig schnell hergestellt. Schon nach 70 Minuten war der Widerstand der Mozartstädter gebrochen.

Was die Union am Parkett gegen den Tabellen-Vorletzten ablieferte, war aber mehr Pflichtbewältigung als großes Volleyball. Co-Trainer und Mittelblocker Petr Calabek nahm sich nach dem Sieg auch selbst an der Nase: „Wir wollten den Unterschied, der in der Tabelle besteht, auch spielerisch zeigen. Das ist uns aber nicht gelungen. Wir waren in etwa auf dem Niveau von Salzburg unterwegs.“