Vitis

Erstellt am 18. August 2016, 03:13

von Maximilian Köpf

„Das intensivste Erlebnis“. Nach drittem Platz im Team und Betreuereinsatz für Alexandra Meixner ging Stefan Schrenk heuer im Einzel ins härteste Radrennen Europas und wurde Sechster.

Noch besser gelaunt im Ziel. Stefan Schrenk mit seinem Team, das ihn während der 2.200 Kilometer top betreute.  |  noen, privat

Vier Tage, 13 Stunden, 54 Minuten und 35 Sekunden – so lange dauerte das Race Around Austria (RAA) für Stefan Schrenk. Der RAA-erprobte Vitiser, der nach dem Team-Podest (2014) und als Betreuer der ersten Frau im Ziel, Alexandra Meixner (2015), heuer erstmals als Einzelfahrer auf die 2.200km-Runde rund um Österreich ging. Und fuhr am Sonntag als Sechster ins Ziel.

„Ein unglaublich tolles Erlebnis“, war Schrenk noch am Dienstag fasziniert vom Rennen. Dabei verlief der Start etwas schleppend. Es ging im flachen Terrain bei Regen los – nichts für den Berg-Liebhaber. Dazu machte nach fünf Kilometern das Schaltwerk seines Fahrrads schlapp und der 36-Jährige musste aufs Ersatzbike umsteigen. „Über Nacht hat mein Team aber mein Fahrrad wieder flott gebracht“, erzählt Schrenk. „Kompliment dafür.“

Nach der ersten Pause in Güssing mit der ersten von insgesamt fünfeinhalb Stunden Schlaf ging‘s aber bergauf –  im wahrsten Sinne des Wortes. „Ab dann hat es mir richtig Spaß gemacht“, sagt Schrenk.

Den größten Berg konnte er aber nicht genießen. Der Großglockner wurde wegen Schneefalls ab Lienz über Matrei und Mittersill umfahren. „Man darf aber die Felbertauernstraße auch nicht unterschätzen“, so Schrenk. „Da geht es ganz schön bergauf.“ Der spätere Sieger Christoph Strasser, der einen halben Tag nach Schrenk startete (und einen halben Tag vor ihm finishte), holte den Vitiser dort ein. Ein Highlight für Schrenk: „Wir sind gute zehn Minuten gemeinsam den Anstieg hinaufgefahren, haben miteinander geplaudert.“

 „Die Stimmung im Team war toll"

 Höhepunkt war für den Vitiser aber das gesamte Rennen. „Ich wusste ja nicht so ganz, was als Einzelfahrer auf mich zukommt. Dass alles so verlaufen ist, wie wir uns das vorgenommen haben, ist super“, resümiert er. „Die Stimmung im Team war toll, wir hatten sehr viel Spaß. Das macht den Reiz dieses Rennens aus: Du fährst zwar allein, bist aber nie allein.“ Nachsatz: „Als Einzelfahrer erlebst du das RAA sicher am intensivsten.“

Wie wichtig ein gutes Team ist, zeigte sich auf dem letzten Streckendrittel. In Vorarlberg, auf dem ersten Anstieg Richtung Osten, dem Thüringerberg, begann Schrenks rechtes Knie zu schmerzen. „Wir haben es behandelt, akupunktiert, aber die Schmerzen sind geblieben“, schildert er. „Da wurden die Berge etwas zur Qual. Man darf nicht erwarten, dass man so ein Rennen ohne Schmerzen durchfährt, aber mental war das nicht leicht zu verkraften. Mein Team hat mich aufgebaut. Es war wichtig, dass sie dabei waren.“

Und jetzt wartet Schrenk schon darauf, dass die Schmerzen im Knie wieder aufhören. „Beim Gehen merke ich es schon“, sagt er. „Aber ich will bald wieder am Rad sitzen.“