Erstellt am 13. Juli 2016, 05:54

von Christopher Eckl

„Kann mir absolut nichts vorwerfen“. Steffi Schwaiger über das verpasste Olympia-Ticket, schwache Leistungen von Partnerin Hansel und die sportliche Zukunft.

Drei Tage lang jubelten Stefanie Schwaiger (re.) und Barbara Hansel mit dem österreichischen Team so wie hier. Ausgerechnet am Finaltag verging der ÖVV-Delegation das Lachen. Nach der 1:2-Niederlage gegen Russland muss sich Schwaiger vom Olympia-Traum verabschieden.  |  FIVB

NÖN: Nach langem Kampf ist der Olympia-Traum ausgeträumt. Aber gehen wir im Hinblick auf Sochi chronologisch vor. Am Freitag, nach drei Siegen in Folge sah ja noch alles gut aus...
Stefanie Schwaiger: Ja, bis dahin ist wirklich alles gut gelaufen. Gegen Vanuatu (Anm.: beim 2:1-Sieg) habe ich im entscheidenden Golden Set gemeinsam mit Kathi Schützenhöfer gespielt. Das war wie eine Erleichterung, plötzlich war die Lockerheit wieder da. Quasi zurück zu den Wurzeln, ich am Block, sie hinten.

Dann kam das Finale gegen Russland. Nach zwei Partien stand es 1:1, sie traten mit Barbara Hansel gegen Ukolova/Birlova an und wurden mit 3:15 (!) vom Platz geschossen. Wie kommt so eine Schlappe zustande?
Schwaiger: Wir haben bei 3:2 die Seiten gewechselt. Was dann kam, dafür fehlen mir echt die Worte – Babsi war total von der Rolle. In einem einzigen Satz bis 15 kann viel passieren, aber sowas darf nicht passieren. Ich bin nur noch daneben gestanden, habe keinen Ball mehr bekommen, weil die Gegnerinnen natürlich immer auf Babsi gespielt haben. Das war für mich die bisher schlimmste Erfahrung. Du stehst daneben und kannst einfach nichts machen. Sehr schade! Noch schlimmer ist, dass ich in der Partie davor (Anm.: gegen Ukolova/Barsuk) das Spiel meines Lebens gemacht habe. Da habe ich wirklich gespielt und gerackert bis zum Umfallen. Am Ende war das natürlich auch völlig umsonst.

„ Babsi war total von der Rolle. In einem einzigen Satz bis 15 kann viel passieren, aber sowas darf nicht passieren.“
Stefanie Schwaiger

Klingt nicht so, als würde das Beach-Duo Schwaiger/Hansel noch eine große Zukunft haben...
Schwaiger: Das kann man derzeit noch nicht sagen. Auf alle Fälle spielen wir dieses Jahr gemeinsam fertig, gehen in Klagenfurt und bei den österreichischen Meisterschaften an den Start. Dann ist die Saison im Grunde eh gelaufen. Jetzt brauche ich erst einmal eine Woche Auszeit und Abstand. Ich werde erst in der nächsten Woche wieder mit dem Training weitermachen. Danach werden wir weitersehen.

Angenommen Sie könnten die gesamte Olympia-Quali noch einmal in Angriff nehmen – würden Sie etwas anders machen?
Schwaiger: Nein, ich kann mir absolut nichts vorwerfen. Olympia war einfach ein Riesen-Traum, auf den ich vier Jahre lang hingearbeitet habe. Es gibt nichts, was ich nicht für den Sport gemacht habe. Ich habe mich sogar von meinem Freund getrennt, mit dem ich über sechs Jahre zusammen war, weil neben dem Training zu wenig Zeit blieb. In einem Teamsport ist es aber so, dass man auf andere angewiesen ist. Ich weiß, dass ich die beste Beachvolleyballerin in Österreich bin. Da ist ganz einfach schwierig, die passende Partnerin zu finden.