Erstellt am 14. Juni 2017, 02:57

von Bernd Dangl

Haider-Maurer ist wieder zurück!. 19 Monate lang musste das Groß Gerungser Tennis-Ass Andreas Haider-Maurer verletzungsbedingt pausieren. Jetzt ist der 30-Jährige wieder da und freut sich auf Wimbledon.

Fokussiert. Der 30-jährige Groß Gerungser Andreas Haider-Maurer kehrte nach seiner 19-monatigen Verletzungspause wieder ins Turniergeschehen zurück.  |  NOEN, APA/Herbert Neubauer

Es war eine Leidenszeit, die an der Substanz nagte. Körperlich, aber auch psychisch. 19 Monate lang musste der Groß Gerungser Andreas Haider-Maurer pausieren. Sein bislang letztes Spiel auf der Tour bestritt AHM im Oktober 2015 beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle (4:6, 5:7 gegen den Südafrikaner Kevin Anderson). Dann war sie da, diese langwierige Fersenverletzung, die Schuld daran war, dass der nunmehr 30-Jährige solange kein Tennisturnier bestreiten konnte …

Wobei es in dieser Phase nicht einmal immer nur ums „Turniertennis“ ging. „Ich hatte zehn Monate dabei, wo ich nicht einmal einen Schläger in der Hand gehalten habe. Da konnte ich rein gar nichts machen“, blickt Haider-Maurer zurück. „Ich habe neun Kilo zugenommen – man fragt sich, ob es nicht besser wäre, wenn man alles an den berühmten Nagel hängen würde …“

Tat er aber nicht. Gut so. Denn nach seiner Zwangspause ist Andreas Haider-Maurer zurück auf dem Turniertennis-Platz. Bei seinem Comeback beim Challenger-Turnier in Prostejov (Tschechien), wofür er eine Wildcard bekam, setzte es eine knappe, unglückliche Niederlage in drei Sätzen gegen den Kolumbianer Alejandro Gonzalez, die Nummer 418 der Welt. Dabei legte Haider-Maurer einen regelrechten Blitzstart hin, fertigte seinen Gegner im ersten Satz mit 6:0 ab. Im zweiten Satz vergab er sogar einen Matchball, hatte er knapp mit 6:7 im Tiebreak das Nachsehen, im Entscheidungssatz stand es 3:6 – out in Runde eins.

In Wimbledon auf die große Bühne

Das Ergebnis war für den Waldviertler verschmerzbar. „Der Fuß hat keine Schmerzen bereitet und war voll belastbar“, freute sich Haider-Maurer, der derzeit mit Reaktionen seines Körpers auf anderen Ebenen kämpfen muss. „Der Rücken schmerzt. Ich muss ein Hauptaugenmerk auf die Regeneration legen.“ Um gleich im nächsten Atemzug, voller Motivation, die nächsten Aufgaben anzuvisieren. „Ich brauche viele Matches, damit ich wieder den Rhythmus finde.“ Schon am Wochenende geht‘s für ihn bei einem Challenger in Italien weiter. Und dann, dann rückt der „Tag X“ immer näher – die Rückkehr auf die ganz große Tennis-Bühne. Denn dann steht Wimbledon am Programm. Dort darf der Daviscup-Spieler mit seinem „Protected Ranking“ (Weltranglisten-Platz 50 vor der Pause) aufschlagen. „Da muss ich einfach dabei sein.“

Inzwischen konnte AHM den steilen Aufstieg eines anderen Niederösterreichers beobachten. Dominic Thiem, mit dem er vor gar nicht allzu langer Zeit in der Südstadt trainierte. Dessen Erfolge nimmt er erfreut zur Kenntnis: „Erstens kann Tennis dadurch in Österreich populärer werden, andererseits hoffe ich, dass sich generell mehr bewegt. Die Turnierlandschaft in Österreich ist leider sehr klein.“