Erstellt am 25. Mai 2016, 05:14

von Petra Suchy

Tränen, Rekorde und neue Sieger. Mehr Kids als beim Wachau-Marathon, mehr Spendenfreude. Heimsieg für Reiter, Laister weiter dominant.

Insgesamt 30 Athleten des SC Zwickl Zwettl waren beim Stadtlauf in Waidhofen am Start. Die erfolgreichsten waren Johannes Wittmann (Sieg im Jugendlauf), Sophie Holzmann (Platz zwei im Hobby-Bewerb), Anna Holzmann (2. Hauptlauf und Michael Wesely (Platz vier im Hauptbewerb).  |  NOEN, Foto: privat
Ein bewegendes Erlebnis ist der Waidhofner Stadtlauf immer: Aberhunderte Aktive aller Altersklassen, die die Innenstadt für einen sozialen wie auch sportlichen Zweck zum Lauf-Eldorado machen, entlocken den Gemeindevertretern schon einmal eine Freudenträne.

Dankbar und positiv motiviert ist LTU-Mastermind Erich Scharf jedes Jahr, heuer flossen bei der Spenden-Übergabe von insgesamt 6.465 Euro aber auch bei ihm die Tränen. Immerhin ging ein Teil der Gelder, für die insgesamt 1.133 Benefizläufer (davon 524 aktive Finisher) mobil machten, an den Hollenbacher Rudi Burggraf, den einstigen Mentor und Arbeitskollegen des jungen Tischlerlehrlings Erich Scharf. Burggraf, dem ein langer, wenn auch schmerzhafter Therapie-Weg nach einem tragischen Unfall zumindest Hoffnung auf mehr Lebensqualität gibt, versprach, sich spätestens dann zu revanchieren, wenn er die Krücken in die Ecke stellen kann.

„Noch mehr Starter und wir müssen
wie die großen Marathons auch den
Vortag dazunehmen.“
Erich Scharf, Obmann LTU Waidhofen

Die zweite Spendensumme ging zum zweiten Mal an das Kolping-Wohnhaus Waidhofen, einen seit 20 Jahren treuer Partner. „Im Benefizbewerb geht‘s nicht um die sportliche Leistung, sondern um die soziale. Es gibt so viele, die Freunde, Arbeitskollegen und Familie zum Mitmachen motivieren. Die Dimension dieses Bewerbs ist wirklich einzigartig“, weiß Scharf.

Einzigartig ist auch der neuerliche Starterrekord in den Nachwuchsbewerben: 772 aktive Kinder und Jugendliche, davon genau 600 aus 39 Schulklassen in sieben eigenen Schulbewerben. Scharf: „In unserer bewegungsarmen Gesellschaft ist das ein schönes Zeichen. Noch mehr Starter und wir müssen wie die großen Marathons auch den Vortag dazunehmen.“

36 Schulklassen erreichten die 50-Prozent-Hürde und erhielten somit je 50 Euro Prämie. Sechs Klassen waren zu 100 Prozent vertreten. „Das macht zusammen mit einigen Kulanzregelungen weit über 2.300 Euro Auszahlung an Schulklassen“, rechnet Rudi Cerny vor und bestätigt die Durchsage von Gerhard Eichinger: „Tatsächlich waren die Waidhofner Nachwuchsbewerbe teilnehmerstärker besetzt als die Kinderläufe beim Wachaumarathon. Dort waren es 2015 nur 484 Finisher.“

Aus sportlicher Sicht blieben beim Cuplauf diesmal die großen Herausforderer zu Hause. Der 2012 aufgestellte Streckenrekord des Kenianers Elisha Kiprotich Sawe blieb wie jener von Verena Pachlatko aus dem Vorjahr unangetastet. Ihr Mann Roman war ebenso verletzt wie die Kremser Truppe um Wolfgang Hiller, somit stand neuerlichen Laister-Festspielen nichts im Wege. Der ULC-Horn-Läufer war – nach seinen Cup-Siegen in Maissau, Gars und Rastenfeld – auch in Waidhofen quasi konkurrenzlos, finishte in 22:52 Minuten mit einem km-Schnitt von 3:19 über die 6,9km mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Grund zur Freude hatte aber auch der Zweite, Marco Schindl (25:02). Der Heidenreichsteiner, der zuletzt 2012 im Cup aufgefallen war, konnte nach achtmonatiger OP-bedingter Pause wieder punkten.

Ihren ersten Sieg in Waidhofen feierte Elisabeth Reiter, die hier bislang immer anderen gratulieren hatte müssen. Reiter: „Ich hab mir trotz meines Ironman-Starts vor einigen Wochen relativ leicht getan.“ Ihr Vorsprung auf SC Zwickl-Läuferin Anna Holzmann betrug immerhin 1:45 Minuten.

m Beim Waldviertler Laufcup geht‘s aktuell Schlag auf Schlag. Nach dem Highlight mit dem Waidhofner Stadtlauf macht der Tross am Samstag wieder in Horn Station. Bereits zum 36. Mal wird der Stadtlauf mit Start/Ziel am Hauptplatz absolviert. Gestartet wird um 15 Uhr mit den Nachwuchsläufen. Um 16.30 Uhr geht der Hobbylauf in Szene. Als Höhepunkt gibt es den 9,3km lange Hauptlauf (17 Uhr). Fehlen wird der bisherige Cup-Dominator Christoph Laister, der nach den Siegen in Maissau, Gars, Rastenfeld und Waidhofen ausgerechnet das Heimrennen sausen lassen muss. Laister ist bei der 10.000m-Landesmeisterschaft in St. Pölten am Start. Die Anmeldung ist noch am Renntag ab 13.30 Uhr am Hauptplatz Horn möglich.