Erstellt am 18. Juli 2017, 17:37

von Maximilian Köpf

„Xandi“ legt noch nach. Wenige Wochen nach dem Race Across America bekämpft Alexandra Meixner mit dem Start beim zehnfachen Ironman in der Schweiz ihre „Post-RAAM-Depression“.

In Buchs jubelten Alexandra Meixner 2016 über den Weltrekord im Double-Deca-Triathlon. Folgt jetzt der nächste Weltrekord?  |  privat

Es ist noch keinen Monat her, da durchquerte Alexandra Meixner beim Race Across America auf ihrem Rad in 4.800km oder zwölf Tagen die USA. Andere wären da wohl froh, die Beine hochlegen und regenerieren zu können. Nicht so „Xandi“ Meixner. Die setzt nämlich noch einen drauf und startet Mitte August in Buchs (Schweiz) beim „Continuous Deca Triathlon“.

Die Gynäkologin saß schon am Samstag nach der RAAM-Zielankunft wieder am Rad – fährt auch schon wieder im Sattel in die Ordination nach Schrems. Wirklich ins Arbeiten ist sie aber noch nicht gekommen. „Ich bin noch nicht alltagstauglich“, erklärt Meixner. „Nach dem RAAM bin ich in ein Loch gefallen. Ich habe dort so viele Eindrücke sammeln können, hatte aber noch keine Möglichkeit, sie zu verarbeiten.“

Wie also der „Post-RAAM-Depression“ entgegenwirken? Mit einem Ultra-Triathlon! Diesen Bewerben hatte sie eigentlich nach ihrem Double-Deca-Weltrekord abgeschworen.

Warum jetzt doch wieder? Das Zauberwort lautet: nonstop. In Buchs, wo Xandi 2016 den Weltrekord pulverisiert hat, sind diesmal nämlich 38km Schwimmen, 1.800km Radfahren und 422km Laufen – alles am Stück!

„Das hat meine Neugierde geweckt“, schmunzelt Meixner. Gleich angesprungen ist sie aber nicht. Wie organisieren? Wie finanzieren? Wie die Praxis weiter anderen umhängen? „Ich war im Zwiespalt“, erzählt sie, „wollte mich aber auch später einmal nicht fragen müssen, warum ich es nicht probiert habe.“

Und dann war da noch Walter Wegschaider, der ihr nicht nur gut zuredete, sondern auch ohne ihr Wissen Kontakt mit Daniel Meier aufnahm. Der Schweizer, der 2016 den Double-Deca organisiert hatte, ist auch der Mastermind beim Nonstop-Deca und freute sich, als Wegschaiders Anfrage kam – die schon verstrichene Anmeldefrist war egal. Der Schweizer Ultrasportler hilft der Harmanschlagerin auch organisatorisch.

Wegschaider organisierte wieder seine Eltern als Unterstützer vor Ort, bezirzte die Sponsoren – und schenkte Xandi die Teilnahme zum Hochzeitstag.

Jetzt geht‘s an die Vorbereitung: Meixner ist regeneriert und auf dem Rad so schnell wie noch nie. Schwimmen und Laufen stand aber seit Monaten nicht mehr am Trainingsplan. Dafür gilt es jetzt wieder Gespür zu entwickeln. „Es wird alles ein bissl improvisiert“, grinst sie.

Am Ende winkt vielleicht wieder ein Weltrekord. Der liegt bei 249 Stunden und 17 Minuten.