Erstellt am 29. Oktober 2015, 00:37

von Christopher Eckl

Ungeplantes Saisonende. Eine Verletzung an der rechten Ferse bedeutet für Andreas Haider-Maurer das Ende des Tennisjahres. Nun hat er Zeit, die Traumsaison Revue passieren zu lassen. Es ist das „hatscherte“ Ende einer Wahnsinns-Saison: Andreas Haider-Maurer

In Wien ausgecheckt. Die Erstrunden-Niederlage beim Stadthallenturnier war die letzte Saisonpartie von Andreas Haider-Maurer. Er muss wegen einer Fersenverletzung in die frühe Winterpause.  |  NOEN, HERBERT NEUBAUER

Die Wahnsinns-Saison endete „hatschert“: Andreas Haider-Maurer humpelte nach seiner Erstrunden-Niederlage in der Wiener Stadthalle in die Winterpause. Anstatt sich, wie ursprünglich geplant, in den Tennishallen von Basel und Paris mit den weltbesten Cracks zu messen, heißt sein Alltag nun Physiotherapie in Innsbruck. Eine Sehnenplatte auf der rechten Fußsohle ist leicht eingerissen, dies verursacht bei jedem Schritt Schmerzen.

Pause von zweieinhalb Wochen ist angesagt

„Die Probleme begleiten mich schon zwei Monate, das hat alles mit einem Fersensporn begonnen. Vor dem Stadthallen-Turnier hab ich‘s dann wieder mehr gespürt“, erklärt der Gerungser im NÖN-Gespräch. Als Grund für das 4:6, 6:7 in Wien gegen den Südafrikaner Kevin Anderson will AHM das Fersenproblem aber nicht hernehmen. „Da hätte ich auch so verloren, er war einfach besser.“ Nun muss der Waldviertler zweieinhalb Wochen pausieren.

Danach möchte er mit Oberkörper-Training beginnen. „Ich hoffe, dass die Verletzung in vier Wochen ausgeheilt ist, damit ich mich ordentlich auf die nächste Saison vorbereiten kann.“ Bis dahin hat er Zeit, von den Erfolgen des Tennisjahres 2015 zu schwärmen. „Das war auf jeden Fall meine bisher beste Saison. Zum ersten Mal habe ich von Anfang an auf der ATP-Tour durchgespielt, das hat mich extrem weitergebracht. Jede Woche gegen die Besten der Welt zu spielen – das war die tollste Erfahrung des heurigen Jahres.“

In der ATP-Weltrangliste arbeitete sich Haider-Maurer von Platz 82 zwischenzeitlich bis auf Rang 48 vor – derzeit rangiert er an 63. Stelle. Doch welche Eindrücke bleiben abseits dieser beeindruckenden Zahlen in Erinnerung? „Das Größte waren eigentlich die US Open, am Center Court gegen Djokovic. Vor so vielen Leuten habe ich noch nie gespielt. Das Halbfinale in Rio und die dritte Runde in Monte Carlo waren natürlich auch Highlights.“ Besonders stolz zeigt sich der 28-jährige auf seine makellose Davis Cup-Bilanz – der Waldviertler siegte in allen drei Einzelpartien. „Auch hier war es absolut mein bestes Jahr.“

Die Tatsache, dass die sagenhaften 755 ATP-Punkte, die Haider-Maurer heuer sammelte, in nächsten Saison verteidigt werden müssen, lässt ihn kalt. „Das ist genau das, was Tennis so schwer macht. Natürlich ist das ein Druck. Aber den hat man immer. Auch wenn man weiter hinten platziert ist.“