Erstellt am 20. April 2017, 13:25

von Michael Salzer

Union Raiffeisen Waldviertel: "Wollen in Finalserie“. Der Sportliche Leiter Werner Hahn sprach mit der NÖN über die abgelaufene Saison, Kaderveränderungen und den neuen Fünf-Jahres-Plan.

Werner Hahn, Sportlicher Leiter der Union Raiffeisen Waldviertel, ist mit Rang vier in der AVL-Meisterschaft 2016/17 sehr zufrieden.  |  Salzer

NÖN: Herr Hahn, bitte um Ihren persönlichen Saisonrückblick! Highlights?

Werner Hahn: Der absolute Höhepunkt war für mich gleich das erste Spiel in der neuen Stadthalle Zwettl gegen Graz. Das wir einmal in einer großen, neuen Halle spielen dürfen, war ja vor ein paar Jahren noch undenkbar. Dazu gekommen ist dann noch das Europacup-Match und die Derby-Siege gegen Amstetten. Im letzten Heimspiel gegen Graz waren sensationelle Ballwechsel zu sehen, es war auch das längste Match der Saison in der Volleyball-Bundesliga. Im Hintergrund wird bei uns auch unglaubliche Arbeit geleistet. Dafür möchte ich mich bei allen freiwilligen Helfern ganz herzlich bedanken!

Haben Sie auch eine besonders bittere Niederlage in Erinnerung? Wie enttäuschend ist die Niederlage gegen Graz im Kampf um die Bronzemedaille?

Hahn: Gar nicht. Dass die Grazer mit Lorenz Koraimann, der von Tirol zurückgekommen ist, sehr stark sein werden, hab‘ ich schon vor der Saison gewusst. Um die Medaille zu holen, braucht man auch ein bisschen Glück. Wir sind mit einer komplett neuen Mannschaft gestartet, wussten überhaupt nicht, wo wir stehen. Wenn mir vorher wer einen Zettel gegeben hätte, wo draufsteht, dass wir Vierter werden, hätte ich sofort unterschrieben. Ich würde sagen, wir jammern auf hohem Niveau. Die Mannschaft und das Trainerteam haben hervorragend zusammen gearbeitet, das war wirklich top. Wir haben nie geschwächelt, haben keine Niederlage gegen ein schwächer eingeschätztes Team kassiert.

URW-Manager Werner Hahn.  |  zVg

Welcher Spieler hat sie am meisten überrascht oder beeindruckt?

Hahn: Rudi Boff, der hat unglaublich konstant und gut gespielt, war nie krank. Nur beim letzten Spiel in Graz war er nicht fit, hat mit Magenproblemen gekämpft.

Neben der Finalserie in der „DenizBank AG Volley League Men“ tobt zurzeit ein heftiger Machtkampf zwischen ÖVV-Präsident Peter Kleinmann und Tirol-Manager Hannes Kronthaler. Was sagen Sie zu dem Konflikt?

Hahn: Nicht viel. Wir kümmern uns um den eigenen Verein, alles andere bringt uns nicht weiter. Aus meiner Sicht geht’s da nur um persönliche Eitelkeiten.

Es ging ja zuerst darum, dass in der Halle das Liga-Logo mit der DenizBank präsentiert werden muss, während fast alle AVL-Vereine eine Bank als Hauptsponsor. haben. Ist es tatsächlich so ein großes Problem, das Logo in der Halle zu präsentieren?

Hahn: Nein, überhaupt nicht. Das Logo wird ja kaum wahrgenommen und man kriegt auch gewisse Leistungen dafür von der Liga – der Gegenwert ist immerhin etwa 4500 Euro. Man muss nur dem Hauptsponsor drüber reden, dann wird es akzeptiert. Wenn das ein Verein nicht schafft, dann ist er ganz einfach selbst schuld.

Hypo Tirol hat noch immer keine Nennung für die kommende Saison abgegeben, will offenbar in die deutsche Bundesliga einsteigen. Heißt das, die Union Raiffeisen Waldviertel wird schon in der nächsten Saison ein echter Titelkandidat sein?

Hahn: Vielleicht, aber nicht unbedingt. Man muss schon schauen, wo wir herkommen, nämlich aus der dritten Klasse. Dann sind wir Schritt für Schritt aufgestiegen. Wir werden mit unseren Mitteln weiter arbeiten, werden nichts erzwingen. Eine Finalserie mit maximal sieben Spielen, zwei bis drei pro Woche, das ist beinharte Arbeit. Dafür müssen auch die Strukturen passen.

Sind schon fixe Veränderungen im Kader der Union Raiffeisen Waldviertel zu vermelden?

Hahn: Ja, drei Spieler werden uns verlassen: Hafsteinn Valdimarsson, der muss sich wieder mehr um seine Firma kümmern. Tyler Scheerhoorn hat die Deutsch-Prüfung vermasselt, kriegt kein Visum mehr. Bei Maciej Madej läuft der Vertrag aus, der ist auch weg. Seinen Platz als zweiter Aufspieler übernimmt Christopher Hahn.

Jetzt kommt Zdenek Smejkal, Klub-Legende und Erfolgstrainer, zurück ins Waldviertel. Wohin soll mit ihm die Reise gehen?

Hahn: Der alte Fünf-Jahres-Plan ist abgelaufen, jetzt brauchen wir einen neuen. Da steht drin, dass wir an der Finalserie teilnehmen wollen. Wurscht, in welchem Jahr das ist. Wir wollen irgendwann im Rennen um den österreichischen Meister dabei sein.