Erstellt am 07. Oktober 2015, 10:57

von Mario Kern

1.000 Asylwerber in Landeshauptstadt. Mehr Personen in Grundversorgung. Transit-Lager wird auch für Asylwerber verwendet, steht nur mehr kurz zur Verfügung.

 |  NOEN, mss/Josef Vorlaufer

Nicht alle Transit-Flüchtlinge, die kurzfristig im Wirtschaftshof unterkommen, und nicht alle Asylwerber, die vom Innenministerium vorübergehend hier untergebracht werden, ziehen weiter. Einige suchen in St. Pölten um Asyl an oder nehmen hier ihre Grundversorgung in Anspruch: Aktuell gibt es 979 Asylwerber in der Landeshauptstadt. Innerhalb eines Monates sind sie um 217 mehr geworden. Davor war die Zahl in vier Wochen nur um 116 gewachsen. So viele Flüchtlinge – 333 Menschen – gab es im Juni 2014 insgesamt in der Stadt.

Während immer wieder Wohnraum für diese Menschen gefunden werden kann, nähert sich die Möglichkeit, den Wirtschaftshof als Flüchtlingsquartier zu verwenden, dem Ende: Noch vor November-Anfang sollten die Hallen wieder Winterdienstfahrzeuge beherbergen. „Das Lager kann in dieser Form nicht mehr lange bestehen, weil wir die Hallen unbedingt brauchen“, betont Bürgermeister Matthias Stadler, der für die beteiligten Helfer im Transit-Quartier nur lobende Worte findet. „Die Regierung muss endlich entsprechende Lösungen schaffen. Ich richte hier einen Appell an die Innenministerin.“

Auch Ministerium hofft auf Lösung

Auf eine Lösung hofft man auch im Innenministerium. Dort ist man sich bewusst, dass der Wirtschaftshof – in der Vorwoche weilten dort zu Spitzenzeiten 90 Asylwerber –  nicht mehr lange als Lager verwendet werden kann. „Wir gehen davon aus, dass das Land in diesen vier Wochen weitere Unterkünfte aufstellen kann“, informiert Ministeriumssprecher Alexander Marakovits. „Andernfalls gibt es immer noch das neu beschlossene Durchgriffsrecht.“

Dass in die eigentlich als Transit-Quartier gedachten Hallen im Wirtschaftshof immer wieder Asylwerber kommen, die ansonsten in Traiskirchen auf der Straße säßen, ist für Marakovits „eine Notsituation“.

Aktuell 100 Flüchtlinge am Wirtschaftshof

Zusätzlich zu den 81 Asylwerbern im Wirtschaftshof sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut 250 Transit-Flüchtlinge aufgenommen worden. Sonntag Mittag haben die meisten Transit-Flüchtlinge
St. Pölten wieder verlassen.

Zu Redaktionsschluss waren noch 100 Flüchtende im Übergangsquartier in der Weiterner Straße – die 81 Asylwerber sowie 19 Transit-Flüchtlinge.