Erstellt am 29. September 2015, 14:47

von Alex Erber

154 Flüchtlinge im Geriatriezentrum. Herzogenburg wird von Wien mit Informationen praktisch nicht versorgt. Wie es weitergeht, ist derzeit ungewiss.

Geriatriezentrum St. Andrä: Die Unterbringung von Flüchtlingen ab der Jahreswende 2014/15 ist zuletzt dementiert worden.  |  NOEN, Hans Kopitz

In der Stiftsstadt haben sich in der Nacht auf heute, Dienstag, die Ereignisse überschlagen. 154 Flüchtlinge (75 Männer, 37 Frauen, 42 Kinder) befinden sich derzeit in bereits still gelegten Abteilungen des Geriatriezentrums in der Katastralgemeinde St. Andrä.

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UPDATE:

Letzte Meldung: Blitzartig ist in Herzogenburg eine Sondersitzung des Gemeinderates einberufen worden. Sie beginnt heute, Dienstag, um 18 Uhr im Rathaus.

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Am Sonntag sind zunächst die Mitarbeiter des Geriatriezentrums und die Polizeiinspektion Herzogenburg informiert worden, dass bis zu 150 Flüchtlinge, die in Wien untergebracht sind, nach Herzogenburg übersiedeln werden.

Erst geraume Zeit später, um 20.45 Uhr, klingelte es an der Haustür von SP-Bürgermeister Franz Zwicker. Die Nachricht von der möglichen Flüchtlings-Unterbringung ist ihm von zwei Polizisten persönlich überbracht worden.

Doch am Sonntag-Abend kam niemand, ebenso nicht am Montag im Verlauf des Tages. Erst am Montag um 22.30 Uhr kam der erste von insgesamt drei Bussen mit Schutzsuchenden in St. Andrä an. Ihre Betreuung hat im Auftrag der Stadt Wien der Samariterbund übernommen. Angeblich handelt es sich um ein Transitlager, wobei St. Andrä vor wenigen Tagen noch als „mindergeeignet“ eingestuft worden ist. Demzufolge könnten die Flüchtlinge bereits heute, Dienstag, oder morgen, Mittwoch, weiterreisen.

Gemeinde nur spärlich mit Informationen versorgt

Die Stadtgemeinde wird mit Informationen äußerst spärlich versorgt: „Es gibt praktisch keine Kommunikation“, beklagt Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer.

„Da es in der Vorwoche bei einer Besichtigung des Geriatriezentrums durch den Samariterbund die Aussage gab, dass das Geriatriezentrum nur mit großem Aufwand als Transitlager genutzt werden kann, ist dieser Schritt der Stadt Wien umso unverständlicher. Trotz intensiver Bemühungen des Bürgermeisters war es bis dato nicht möglich, von den Verantwortlichen der Stadt Wien nähere Details über die weitere Verwendung des Geriatriezentrums zu bekommen“, heißt es seitens der Stadtgemeinde.

„Unmut unter Bürgern ist mittlerweile riesengroß“

Mittlerweile hat sich VP-Stadtrat Erich Hauptmann zu Wort gemeldet: „Auch wenn es viele auf der VP-Seite nicht hören wollen: Der Unmut unter den Gemeindebürgern ist mittlerweile riesengroß. Wir sind hier überrannt worden, ich bezweifle, ob die Gemeinde überhaupt irgendein Mitspracherecht hat.“

Man müsse jetzt den Blick schärfen und dürfe einige Fragen nicht außer Acht lassen: „Was ist, wenn andere Länder die Grenzen dicht machen? Werden dann aus Transitflüchtlingen echte Asylwerber?“ Hauptmann: „Es ist wie mit einem Flugzeug. Ist es überfüllt, dann stürzt es ab.“