Erstellt am 08. Februar 2016, 11:11

von Claudia Stöcklöcker

17-Jähriger drohte am Alpenbahnhof. „Der nächste Schritt Richtung Gefängnis“, sagt Richter zu Unbelehrbarem.

 |  NOEN, Symbolbild

„Mehrere Diversionen haben bei Ihnen nicht gefruchtet, jetzt setzt es zwei Monate auf Bewährung, das ist der nächste Schritt in Richtung Gefängnis“, warnt Richter Markus Grünberger einen unbelehrbaren St. Pöltner.

„Steig ein, sonst hau ich dir eine in die Goschn“

Für den Jugendrichter ist der 17-Jährige kein Unbekannter. Gefährliche Drohung wird dem Teenager dieses Mal vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Steig in den Zug ein, sonst hau ich dir eine in die Goschn“, soll er am Alpenbahnhof zu einem anderen Teenie gesagt haben. Geständig dazu ist er nicht.

Das Opfer belastet ihn: „Stress hat es mit ihm gegeben. Ich habe Angst gehabt. Ich bin zu einem ÖBB-Mitarbeiter gegangen, hab’ mir dort Hilfe geholt“, erzählt der Jugendliche. Nicht nur gefährliche Drohung wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sondern auch unerlaubter Umgang mit Suchtgiften. Mit Marihuana in der Tasche wurde er geschnappt.

Egozentrisch wäre der 17-Jährige, meint ein Sozialarbeiter und erzählt von dessen trister Kindheit. Rasch fühle der Teenager sich provoziert, seine Aufmerksamkeit wäre beeinträchtigt. Seine Leben habe der Bursche lange im Krisenzentrum und der Kinderpsychiatrie verbracht, „krankheitseinsichtig“ sei er aber nicht.

Wie sich der 17-Jährige seine Zukunft vorstellt? „Arbeiten geh ich erst mit 18“, sagt er. Und: „Ich hab’ schon so viele Firmen angeschrieben, die antworten erst gar nicht. Wozu soll ich mich da noch bewerben?“