Erstellt am 20. Februar 2016, 08:14

von Daniel Lohninger

2018 geht's mit Elastic City los. WWE investiert 150 bis 200 Millionen Euro in etappenweise Siedlungs-Entwicklung.

500 Wohnungen in Nähe zum Seengebiet werden auf den WWE-Gründen ab 2018 entstehen. Investiert werden 150 bis 200 Millionen Euro.  |  NOEN, mss

Bis 2009 hätten die WWE-Gründe eines sicher nicht sein können: ein attraktives Wohngebiet. Die Glanzstoff hatte das Areal einst als Erweiterungsfläche gekauft. Erst mit dem Ende der Viskose-Fabrik gewann die Liegenschaft durch die Nähe zum Zentrum, aber auch zum Seengebiet, an Attraktivität – und wurde folglich so wie das Glanzstoff-Areal zum urbanen Hoffnungsgebiet.

Ein europaweiter Architekten-Wettbewerb sollte neue Ideen für die Entwicklung des 1994 von der Wohn- und Wirtschaftspark-Entwicklungsgesellschaft WWE angekauften Grundstücks bringen. Und das hat er auch, sagte Jury-Vorsitzender Bernd Vlay vom Veranstalter EUROPAN bei der Präsentation der Siegerprojekte: „Diese schlafende Schönheit hat hohes Potenzial. Die siegreichen Projekte nutzen dieses Potenzial und haben dafür neue Formen des Wohnens entwickelt.“

„Diese schlafende Schönheit hat hohes Potenzial."

Umgesetzt wird aber nicht das siegreiche Projekt eines italienischen Teams, sondern die zweitplatzierte „Elastic City“ der Wiener Architektinnen Nela Kadic und Vera Seriakov.

Grund sei, dass das Siegerprojekt direkt die Traisen in die Siedlung einbinde, die Hochwasserschutz-Maßnahmen dafür den Kostenrahmen deutlich sprengen würden, erklärte WWE-Geschäftsführer und Bauherr Robert Hahn. Das zweitplatzierte Projekt ermögliche durch die flexiblen Formen der Umsetzung zudem im Laufe der Bauphase eine Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen.

„Die Architektinnen haben hier ein neues System für Wohnen entwickelt, das aus den WWE-Gründen viel mehr als eine Wohnsiedlung machen wird“, führt Vlay aus. Geplant ist, dass die etwa 500 Wohnungen flexibel an die unterschiedlichen Wohn-Bedürfnisse angepasst werden. „Hier werden Studenten ebenso leben wie Senioren, Beamte ebenso wie Arbeiter, Familien ebenso wie Singles“, erwartet sich Hahn einen breiten sozialen Mix.

Umwidmung noch für 2016 geplant

Noch heuer soll die Umwidmung auf Schiene gebracht werden, im nächsten Jahr die Planung. Baubeginn ist 2018. Die etappenweise Umsetzung soll bis 2023/24 abgeschlossen sein. Insgesamt investiert werden 150 bis 200 Millionen Euro.

Der Bedarf an Wohnraum sei jedenfalls anhaltend hoch, versichert Bürgermeister Matthias Stadler (SP): „Unsere Erfahrung zeigt, dass das Wohnraum-Angebot, wenn es da ist, auch genutzt wird.“ Zudem entstehe hier in Verbindung mit der Glanzstadt ein „komplett neues urbanes Gebiet zwischen Viehofen und dem Stadtzentrum“, so Stadler.

„WWE-Gründe und Glanzstadt verbinden“

Dass St. Pölten verstärkt in den Fokus von Architekten aus ganz Europa rücke, habe die Beteiligung am Wettbewerb gezeigt. Mit 27 Einreichungen war St. Pölten klar die Nummer eins – deutlich vor Wien, Linz und Graz. Die Herausforderung der Zukunft werde es sein, Glanzstadt und WWE-Gründe mit insgesamt 2.000 neuen Wohnungen städtebaulich über die Gleise der Tullnerfelder Bahn hinweg zu verbinden, betont Stadtplaner Jens de Buck. Zu sehen sind alle Wettbewerbs-Projekte ab Mittwoch, 17. Februar, im Stadtmuseum.