Erstellt am 11. Februar 2016, 15:03

500 neue Wohnungen in See-Nähe. Ab 2018 wird auf den WWE-Gründe bei den Viehofner Seen gebaut.

Das Siegerprojekt  |  NOEN, mss St. Pölten
900 Wohnungen werden gegenwärtig in der Stadt St. Pölten gebaut, weitere 4.100 sind in Planung. Für das neben der Glanzstadt zweitgrößte Wohnbauprojekt wurden jetzt die Weichen gestellt: Die acht Hektar großen WWE-Gründe werden unter dem Slogan „Elastic City“ als eigener Stadtteil entwickelt. Ab 2018 werden hier etwa 500 neue Wohnungen entstehen. Die Grundlagen für die Planung und Umsetzung wurden im Rahmen des europäischen Architekten-Wettbewerbs EUROPAN geschaffen. 27 Architekten reichten für St. Pölten ihre Pläne ein – die NÖ-Landeshauptstadt war damit für die Planer deutlich attraktiver als Wien, Graz und Linz.

„Die WWE-Gründe sind ein vergessenes Fleckchen der Stadt, das großes Potenzial hat. Dazu kommt die Nähe zu Wien“, erklärt Jury-Vorsitzender und EUROPAN-Generalsekretär Bernd Vlay, warum sich so viele Architekten aus ganz Europa für die Planung in St. Pölten interessierten.

x  |  NOEN, Beate Steiner


„Das große Interesse zeigt, dass der Wohnstandort St. Pölten mittlerweile auch international von den Experten wahrgenommen wird“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler.

12.000 Euro für italienisches Architektenteam

Über das Preisgeld für den Architektenwettbewerb in der Höhe von 12.000 Euro kann sich ein italienisches Architektenteam freuen, das mit dem Projekt „Ju(mp) in the Water - Kiss the Frog“ die Jury besonders überzeugte. Eine Umsetzung der Pläne sei aber finanziell sehr aufwändig und auch technisch angesichts der Nähe zur Traisen und des damit verbundenen Hochwasserschutz-Maßnahmen nur schwer umzusetzen, erklärt WWE-Geschäftsführer Robert Hahn. Umgesetzt werden soll deshalb das zweitplatzierte Projekt „The Elastic City“ eines Wiener-Architektenteams.

Grundidee des Projektes ist, eine Siedlung zu schaffen, die Naturnähe und Urbanität ebenso verbindet wie verschiedene soziale Milieus. Der Grünraum entlang der Traisen soll weitgehend bestehen bleiben. Die Jury begründete ihre Entscheidung so:  „Der Vorschlag eines elastischen Regelwerks zur Schaffung einer städtischen Flexibilität, Anpassbarkeit an gesellschaftliche Veränderungen und sozialer Nachhaltigkeit eröffnet gerade heute essentielle Diskussionen im Wohn- und Städtebau.

Heterogene Vielfalt im städtischen Raum

Folgerichtig wird das Thema Wohnen grundsätzlich in einen breiten gesellschaftlichen Kontext gestellt, permanente und temporäre Wohnformen sowie ergänzende Nutzungen miteinander eng verwoben um eine heterogene Vielfalt im städtischen Raum zu schaffen. Während die städtischen Qualitäten der Binnenräume weit über die Monotonie typischer Wohnsiedlungen hinausgehen, formulieren die klaren Ränder der kompakten Entwicklung einen besonders gelungenen Bezug zum umgebenden Grünraum entlang der Traisen, der großzügig freigehalten wird.“

Der Zeitplan für die Umsetzung: Der Umwidmungs- und Planungsprozess soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. 2018 will die WWE mit der Errichtung des ersten Bauabschnitts beginnen. 2023 soll dann die Fertigstellung des letzten Bauteils erfolgen.
 
Mehr dazu in der Printausgabe der St. Pöltner NÖN.