Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:12

von Mario Kern

60 Flüchtlinge im Ex-bauMax. Baumarkt im Süden wird Asylwerbern Platz bieten. Wirtschaftshof nur noch bis 20. Oktober Lager.

Die ehemalige bauMax-Filiale im Süden wird derzeit von der BIG und vom Innenministerium geprüft. Nach Adaptierungsarbeiten soll hier zumindest ein Jahr lang Platz für gut 60 Flüchtlinge sein.  |  NOEN, Mario Kern

Weil in der Landeshauptstadt laufend Raum für Flüchtlinge gesucht wird, gibt es auch laufend Gerüchte, wo überall Quartier vorbereitet werden. Etwa um die ehemalige EDV-HTL, für die aber eine schulische Weiterverwendung vorgesehen ist.

Kein Gerücht ist die Unterbringung von gut 60 Flüchtlingen am ehemaligen bauMax-Standort in der Porschestraße: Die Filiale hat die steirische Supernova Management GmbH gekauft und will das Gebäude für Asylwerber herrichten. „Die Prüfung durch die BIG und das Innenministerium läuft“, berichtet Sprecherin Gabi Spiegelfeld. „Alles weitere hängt nun von den Behörden ab.“

Baumarkt wurde als Quartier angeboten

Supernova habe sich bei der Flüchtlingskoordination unter Christian Konrad gemeldet und den Baumarkt angeboten. „Auf jeden Fall wird das Quartier ein Jahr lang für Flüchtlinge zu Verfügung gestellt.“
Der Plan, junge Flüchtlinge im Hotel Alt-Wien an der Mariazeller Straße unterzubringen, ist hingegen Vergangenheit. „Das war bereits vor dem tragischen Ableben von Hausbesitzer Hans Teufner klar“, betont Jörg Trobolowitsch vom Verein „menschen.leben“. „Wir planen in St. Pölten auch nichts in dieser Richtung.“

Nur noch bis zum 20. Oktober gibt es das 1.500 Quadratmeter große Quartier für Flüchtlinge am Wirtschaftshof – dann muss die Stadt das nicht winterfeste Lager räumen und für die Einstellung der Straßendienstfahrzeuge vorbereiten.

„Wir suchen nach Quartieren in der Umgebung. Konkret ist noch nichts Geeignetes in Aussicht.“ Wolfgang Brückler, Rotkreuz-Bezirkskommandant

Ein neues Transit-Quartier ist derzeit aber nicht in Sichtweite. Weder in der Landeshauptstadt, noch in der unmittelbaren Umgebung. „Es gibt Überlegungen für andere Quartiere im Umfeld der Landeshauptstadt“, betont Rotkreuz-Bezirkskommandant Wolfgang Brückler. „Noch ist aber nichts Konkretes in Aussicht.“ Die erforderliche Größe für mindestens 200 Personen sowie Voraussetzungen wie gute Erreichbarkeit, Beheizbarkeit sowie Versorgung mit Strom und Wasser machen die Suche nicht einfach.

In der Vorwoche war das Quartier noch einmal für Transit-Flüchtlinge vorbereitet worden, nachdem rund 90 Asylwerber bis Donnerstag das Gelände verlassen hatten. Nach einer zweitägigen Pause kamen und gingen dann über den Sonntag verteilt 700 Transit-Flüchtlinge. Die letzte Welle von 250 Flüchtlingen, die Sonntagnacht in der Landeshauptstadt eintrafen, war zu Redaktionsschluss noch in der Weiterner Straße. Damit sind bisher insgesamt rund 3.700 Flüchtlinge im St. Pöltner Wirtschaftshof betreut worden. Die Zusammenarbeit der Stadt mit den beteiligten Organisationen sei von Unterstützung und lösungsorientiertem Verhalten geprägt, lobten einander erneut Magistrat, Rotes Kreuz, ASBÖ, Caritas und Polizei.

1.091 Asylwerber in St. Pölten gemeldet

Mittlerweile sind in der Landeshauptstadt 1.091 Personen in Grundversorgung – 254 sind in organisierten Wohneinheiten untergebracht, 837 in privaten Quartieren. Von den 1.091 Flüchtlingen ist der Löwenanteil von 1.026 in der Stadt selbst untergebracht, 36 in Radlberg, 17 in Viehofen und zwölf in Pottenbrunn.