Erstellt am 28. Januar 2016, 14:33

von Nadja Straubinger

600 Patienten pro
Jahr in „Stroke Unit“.
Schlaganfall / Wichtigster Faktor in der Behandlung ist die Zeit. Abteilung am Uniklinikum führt seit 2013 Kathetertechnik durch. ST. PÖLTEN / Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache.

 |  NOEN, Mario Kern

Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache. Rasche Hilfe erhöht die Überlebenschancen erheblich. „Stroke Units“, wie es sie am Universitätsklinikum St. Pölten gibt, sind dafür entscheidend. 600 Patienten werden jedes Jahr an der Schlaganfallabteilung behandelt. Experten fordern jetzt, dass rund die Hälfte der 38 bisher in Österreich errichteten „Stroke Units“ mit einer Kathetertechnik zur Entfernung von Blutgerinnseln in Hirngefäßen aufgerüstet werden.

In St. Pölten ist das nicht mehr notwendig – bereits seit Mai 2013 wird hier die interventionelle Schlaganfalltherapie, auch endovaskuläre Thrombektomie genannt, angewandt. „Dabei wird mit einem Katheter, der über die Leiste durch die Blutgefäße bis ins Gehirn eingeführt wird, ein kleines ‚Gitternetz‘ bis zur Verschlussstelle gebracht“, erklärt der Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie Stefan Oberndorfer. Das Blutgerinnsel setze sich an diesem Gitternetz fest, dann werde es unter Röntgenkontrolle herausgezogen. Begleitend könne eine intravenöse Lyse-Therapie durchgeführt werden.

„Für den Eingriff ist ein erfahrenes, interdisziplinäres Team erforderlich“, so Oberndorfer. Neurologen, interventionelle Radiologen und Anästhesisten sind notwendig. Die Patienten werden für den Eingriff meistens narkotisiert. Voraussetzung für den Eingriff, bei dem in rund 90 Prozent der Fälle die Wiedereröffnung der Hirnarterie erzielt werden kann, ist, dass die Patienten, so rasch wie möglich nach Symptombeginn auf eine „Stroke Unit“ gebracht werden.
 


Beim Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome muss sofort die Rettung unter der Telefonnummer 144 verständigt werden.

 

  • Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung einer Körperseite, meist Arm und Bein, oft auch das Gesicht

  • Unverständliche Sprache, gestörtes Sprachverständnis