Erstellt am 11. Februar 2016, 12:38

von Daniel Lohninger

679 Betriebe wurden im Vorjahr gegründet. RIZ und Wirtschaftskammer freuen sich über steigende Zahl an neuen Firmen. Der Schwerpunkt verlagert sich vom Bezirk in die Stadt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Sich den Traum von der eigenen Firma erfüllen. Das machen immer mehr St. Pöltner, wie ein Blick auf die Gründer-Statistik zeigt. So wurden im Vorjahr in Stadt und Bezirk insgesamt 679 neue Betriebe gegründet – und damit um 53 mehr als im Jahr davor.

„St. Pölten gewinnt als Landeshauptstadt
an Attraktivität. Das spiegelt sich auch in
den Zahlen wider.“
Norbert Fidler, Wirtschaftskammer

Der Schwerpunkt der Neugründungen verschiebt sich zunehmend in Richtung Stadt, wo 481 der 679 neuen Unternehmer ihr Glück versuchen.

„St. Pölten gewinnt als Landeshauptstadt an Attraktivität. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider“, interpretiert Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Norbert Fidler die Zahlen. Insgesamt sei ein Trend zur Selbständigkeit erkennbar, was sich bei der Wirtschaftskammer auch in den steigenden Zahlen an Beratungen – im Vorjahr waren es mehr als 3.000 – niederschlage.

„Bärnstein“ als gutes Beispiel

Ein Beispiel für ein gelungenes Start-up-Projekt sei das von Martin Paul, Lukas Renz und Maximilian Grandl erfundene Getränk „Bärnstein“, führt RIZ-Geschäftsführerin Petra Pazelt aus.

Die drei 20-Jährigen hätten mit ihrer Idee, aus grünem Kaffee mit Dirndln, Verjus, Holunderblüten und Hibiskus ein neues Kultgetränk zu kreieren, den Puls der Zeit getroffen. Ihnen sei es gelungen, ein Getränk zu schaffen, das mittlerweile nicht nur in heimischen Lokalen, sondern auch in Wien und Berlin in Gaststätten den Durst der großteils jungen Klientel stillt.

Die typischen St. Pöltner Jung-Unternehmer sind Paul, Renz und Grandl nicht: Nur jeder fünfte Neo-Unternehmer ist unter 30 Jahre alt, fast genauso hoch ist der Anteil der über 50-jährigen Firmengründer. Vor zwanzig Jahren sah die Welt noch ganz anders aus: Damals waren fast 37 Prozent aller Neo-Unternehmer jünger als 30 Jahre. Über 50 Jahre alt waren gerade einmal sechs Prozent.

Im Landesvergleich wagen verhältnismäßig wenige St. Pöltner den Schritt ins Unternehmertum. Die sogenannte Gründungs-Intensität – also das Verhältnis der Einwohnerzahl zu den Firmenneugründungen – liegt mit 4,5 Prozent deutlich unter dem Landesschnitt. Auch in absoluten Zahlen liegen andere Regionen vor der Landeshauptstadt und ihrer Umgebung. Mehr Firmengründungen gab es im Vorjahr in Wien-Umgebung, Mödling, Wiener Neustadt, Baden und Amstetten.