Erstellt am 25. Februar 2016, 10:09

von Beate Steiner

7.000 Jahre in Schachteln. Eine Million archäologische Fundstücke sind jetzt im Depot in der Aufeldgasse inventarisiert und werden dort weiter wissenschaftlich bearbeitet.

Experten für das neue »Gedächtnis der Stadt«: Erwin Wallner, Heinz Backnecht, Thomas Lösch, Ronald Risy, Matthias Stadler, Thomas Pulle, Nicole Sommer, Thomas Karl und Silvia Zenz.  |  NOEN, Josef Vorlaufer

Über eine Million Scherben und Fragmente ehemaliger Gefäße und Objekte aus Keramik, Glas und Stein haben die Archäologen unter den Plätzen und Baustellen der Stadt bereits ausgegraben, gereinigt, katalogisiert und in Schachteln verpackt. Diese 3.024 Bananenkartons und zusätzlich 28 Sonderkartons mit Exponaten aus 7.000 Jahren St. Pöltner Vergangenheit haben jetzt in der Aufeldgasse ein Dach über den Deckeln bekommen.

„Mit dem neuen Depot für das Stadtmuseum sichern wir das Gedächtnis der Stadt“, sagt Bürgermeister Matthias Stadler, der überzeugt ist: „Unsere Geschichte wird ein Alleinstellungsmerkmal in der Zukunft sein, das wir wirtschaftlich und touristisch nutzen können.“

Kulturdepot statt Leiner Halle

Im Museumsdepot sind die Funde systematisch geordnet untergebracht, auf zwei Ebenen mit insgesamt zwei Regal-Laufkilometern, das ergibt beinahe 1.200 Quadratmeter Abstellfläche für die Bananenschachteln mit wertvollem Inhalt: „Die einzelnen Fragmente haben zwar keinen materiellen Wert, sind aber von unschätzbarer historischer Bedeutung“, erklärt Stadtarchäologe Ronald Risy.

Im Depot gibt es eine „Waschstraße“ für die Fundstücke und einen bestens ausgestatteten Arbeitsraum für die Wissenschaftler, die den Bestand vor Ort bearbeiten und inventarisieren. Die Adaptierung des Lagers in der Aufeldgasse kostete 341.000 Euro. Es ersetzt die „Leiner-Halle“ am Rossmarkt, die von der Stadt verkauft wurde.