Erstellt am 21. Juli 2016, 09:31

von Alex Erber

Rohe Gewalt am Ball: Haft für den Schläger. Im Zuge der HTL-Tanzveranstaltung ging es im Warehouse rund. Altlengbacher ist schwer verletzt, Rowdy muss ins Gefängnis.

Ein 22-Jähriger hat einmal mehr zugeschlagen. shutterstock  |  NOEN

Turbulente Szenen haben sich am Ende des HTL-Balls auf der Tanzfläche im Warehouse abgespielt. Ein Schüler wurde niedergeschlagen und schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter musste sich nun in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten verantworten.

Es gibt zwei Versionen, wie es zu einer schweren Körperverletzung gekommen ist: „Es war kein Platz, er wollte mich nicht vorbeilassen. Ich wollte kein Problem, weil mir klar war, dass ich Bewährung habe“, schildert ein 22-jähriger Türke. Dann sei er geschubst worden und zu Boden gefallen. „Er wollte mich mit einer Glasflasche schlagen, da habe ich ihn weggeschleudert und dann zwei, drei Mal ins Gesicht geschlagen“, erklärt der Böheimkirchner.

„Erst gibt es Faustschläge ins Gesicht. Und wenn die Opfer am Boden liegen, treten Sie nochmals zu!“ 
Richter Slawomir Wiaderek

Er weiß offenbar, was auf ihn zukommen könnte und sagt treuherzig: „Ich bin nicht mehr mit Freunden unterwegs und werde daher keine Probleme mehr machen. Ich bin nur mit der Familie unterwegs, da gibt es keine Probleme. Auch beim Einkaufen mache ich keine Probleme.“

Probleme anderer Natur hat das Opfer, ein 20-jähriger Schüler aus Altlengbach: Schädelprellung, Schulterverletzung, abgerissene Strecksehne beim rechten kleinen Finger, blutende Nase, viele blaue Flecken. Eine Schulteroperation folgt demnächst, Schmerzmittel muss er jeden Tag einnehmen.

Von Schädelprellung bis zu blutiger Nase

Seine Version: „Ich bin auf der Tanzfläche geschubst worden, habe gefragt, was das soll und plötzlich lag ich auch schon am Boden.“ Ob er eine Flasche in der Hand gehabt habe, will der Richter wissen: „Nein, das kann nicht sein, es wurde ja ausschließlich in Bechern ausgeschenkt.“ Richter Slawomir Wiaderek hat keinen Grund, an den Angaben des Opfers zu zweifeln. Drei Mal ist der Angeklagte bereits zu bedingten Haftstrafen verurteilt; immer das gleiche Muster: „Erst gibt es Faustschläge ins Gesicht. Und wenn die Opfer am Boden liegen, treten Sie nochmals zu!“ Der 22-Jährige wird wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Fünf Monate davon muss er tatsächlich absitzen. Als mildernd wertete der Richter das Geständnis: „Der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahre, ich bin am unteren Ende des Rahmens geblieben.“ Überdies muss der Mann 8.800 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.