Erstellt am 12. April 2016, 05:54

von Maria Prchal

Angst vor Giftködern geht in der Stadt um. Einige Hundebesitzer melden gefährliche Vorfälle im Stadtgebiet. Polizei und Magistrat ist derzeit nur ein Fall bekannt. „Rein aufgrund von Vermutungen kann man keine Untersuchungen einleiten.“

 |  NOEN, APA (Symbolbild/dpa)

Aus Facebook häufen sich aktuell die Warnungen vor Giftködern in der Stadt. Von Fleischbällchen mit Rasierklingen bis Braten mit Nägeln und vergifteter Wurst soll alles schon gefunden worden sein. In der Vorwoche berichtete die NÖN über Hund Kurt, der nur knapp überlebte. Mittlerweile will die Facebook-Community von vier vergifteten Hunden in der Stadt wissen – die eigene Gruppe „Giftköderwarnung St. Pölten/Umgebung“ hat bereits an die 500 Mitglieder.

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Auf seiner Facebook-Seite wurde mitterweile auch Bürgermeister Matthias Stadler aufgefordert, einzuschreiten. Stadler dazu: „Ich habe letzte Woche – nachdem ich bereits gerüchteweise von dieser unmenschlichen Tat gehört hatte – sofort mit dem Tierschutzverein und unserem Veterinäramt Rücksprache gehalten. Dort gibt es bis heute keine Hinweise.“ Er habe zudem bereits mit der Polizei Kontakt aufgenommen und werde umgehend informieren, wenn er Genaueres wisse. „Fakt ist: Es gibt eine Anzeige – es liegt allerdings noch kein Ergebnis der Probe vor“, so Stadler.

„Es müssten ja mehr Anzeigen da sein"

Obwohl auf Facebook oft mit der Meldung „Die Polizei ist bereits informiert“ geschlossen wird, sind Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler keine weiteren Fälle bekannt. „Es müssten ja mehr Anzeigen da sein, wenn wirklich so viele Hunde gestorben sind.“ Zwei Personen hätten angeblich vergiftete Wurst abgegeben, nur sei es nicht Aufgabe der Polizei, dies zu überprüfen. Bäuchler: „Das müsste die Staatsanwaltschaft bewilligen.“ Den Wahrheitsgehalt der Postings zweifelt er teilweise an: „Niemand weiß, woher das kommt. In sozialen Medien geht das so schnell.“ Aber: „Wenn etwas passiert, wird natürlich dementsprechend vorgegangen. Rein aufgrund von Vermutungen kann man keine Untersuchung einleiten.“