Erstellt am 11. April 2017, 02:35

von Birgit Kindler

Kostendiskussion um die Bahnkreuzungen. Umrüstung ist bei NÖVOG billiger: Stadt und Bezirk könnten sich 5,9 Millionen Euro laut VP sparen. ÖBB kontern Kritik.

Eine Straßenbrücke über die Leobersdorfer Bahnstrecke und die Mariazeller Straße soll die Eisenbahnkreuzung in der Wolfenbergerstraße sicherer machen  |  NOEN

Heftig diskutiert wurde auf Landesebene über die Kosten für Eisenbahnkreuzungen. Laut VP-Landesrat Karl Wilfing ist die Umrüstung durch die ÖBB zu teuer, die landeseigene NÖVOG könne um durchschnittlich 35 Prozent billiger bauen.

In Stadt und Bezirk wären das bei den 42 Eisenbahnkreuzungen 5,9 Millionen Euro, ergänzt Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch: „Wenn die ÖBB also wie die NÖVOG bauen würden, könnten die Steuerzahler entlastet werden – derzeit müssen die Gemeinden für die Mehrkosten aufkommen.“

Vorwurf wollen die ÖBB nicht auf sich sitzen lassen

Laut Werner Baltram von der ÖBB-Infrastruktur AG würde es sich um eine Plandarstellung vom Land handeln, nicht um die tatsächlichen Kosten. „Außerdem bauen die ÖBB bei laufendem Betrieb, die NÖVOG bei eingeschränktem“, sagt Baltram. 1.339 Eisenbahnkreuzungen gibt es in Niederösterreich. „Über 500 davon müssen wir reden. Möglichst viele sollen aufgelassen werden“, sagt Baltram.

Bei einigen sei aber eine Umrüstung unumgänglich, wie bei jenen an der Traisentalstrecke in St. Georgen: Nach schweren Unfällen sind in der Herzogstraße und Schubertstraße Schrankenanlagen erforderlich, in der Ochsenburger Straße kommt eine Unterführung und in der Wolfenbergerstraße ist eine Straßenbrücke geplant. Elf Millionen Euro sind vorgesehen, der Anteil der Stadt beträgt vier Millionen Euro. Ebenfalls investiert wird an der Mariazellerbahn: Vier Kreuzungen sind betroffen, der Kostenanteil für die Stadt beträgt 380.000 Euro.