Erstellt am 05. April 2016, 04:32

von Daniel Lohninger

Bald Gespräche über das S-Bahn-Konzept. Stadler fordert auf Basis einer WU-Studie dichteren Takt auf Zubringerbahnen. Beim Land zeigt man sich gesprächsbereit.

 |  NOEN, Faltner

Ein S-Bahn-System für den Zentralraum. Mit dieser Forderung meldete sich Bürgermeister Matthias Stadler in seiner Funktion als SP-Landeschef in der Vorwoche zu Wort. Neu ist die Forderung in der Stadt zwar nicht – immerhin ist die S-Bahn auch im Generalverkehrskonzept niedergeschrieben – , aber der NÖN liegt jetzt das konkrete Konzept von WU-Professor Sebastian Kummer vor.

Mit St. Pölten als Taktknotenpunkt sollen zum ohnehin dichten Angebot nach Wien die Traisentalbahn und die Kremser Bahn als S-Bahn-Linien mit 30-Minuten-Takt sowie die Mariazeller Bahn als S-Bahn mit Stundentakt bis Laubenbachmühle etabliert werden. Auch die Ybbstalbahn und die Erlauftalbahn sollen über die Westbahn bis zur Landeshauptstadt als S-Bahn getaktet werden.

35.000 Einpendler setzen auf Bahn

Positiver Effekt soll aus St. Pöltner Sicht sein, dass die über 35.000 Einpendler verstärkt auf die Bahn umsteigen – und damit das Verkehrsaufkommen in der Stadt reduziert wird. Aus St. Pölten hinaus pendeln ohnehin nur 8.000 Arbeitnehmer. Im Büro des zuständigen Landesrates Karl Wilfing weist man auf NÖN-Anfrage darauf hin, dass es den von Stadler geforderten Knotenpunkt seit der Einführung des Taktfahrplans im Dezember bereits gebe. „Sämtliche Bahnlinien, die nach St. Pölten fahren, werden hier vertaktet“, so ein Sprecher. Durch die zeitgleiche Einführung neuer S-Bahnen sei erstmals auch eine schnelle Verbindung von Stockerau über Tulln bis St. Pölten möglich. „Falls Bürgermeister Stadler anderweitige Vorschläge hat, sind wir gerne zu Gesprächen bereit – bislang hat er jedoch nichts dergleichen bei uns angesprochen“, heißt es aus Wilfings Büro weiter.

Das werde bald erfolgen, versichert SP-Landesgeschäftsführer Robert Laimer: „Selbstverständlich werden wir mit dem zuständigen Verkehrslandesrat und dem VOR auf Basis des uns vorliegenden Verkehrskonzepts Gespräche aufnehmen und Details besprechen.“