Erstellt am 18. November 2015, 05:33

von Beate Steiner

Bald Leben in Viehofner Living City. Die Pioniere der Generation 50+ ziehen in einem Jahr ins Projekt in Viehofen.

Flug über die Living City: Links die fast fertige Spitzenfabrik, in der Mitte der Wohnbau, rechts das alte Herrenhaus, das auch als Verwaltungs- und Firmenzentrale der »Living City Gruppe« dient. Foto: Living City  |  NOEN, Living City
Die Fenster werden gerade eingebaut, massive geölte Eiche. „Etwas ganz Besonderes“, sagt Peter Sonnleithner, „Vater“ der „Living City“ in Viehofen. Aber eigentlich ist ja das ganze Wohnprojekt etwas ganz Besonderes.

Event-Location und eigene LUP-Station

Mieter der Generation 50+ werden ab dem nächsten Jahr einziehen, gemeinschaftliches Wohnen probieren. 64 Wohnungen entstehen in der ersten Bauphase, weitere werden folgen.

Mit eigenem Dorfladen, eigenem Wirtshaus und modernem Gesundheits-Nahversorger inklusive Gesundheitsberufen im Netzwerk. Und mit einer Event-Location der Spitzenklasse: In der fast fertig renovierten ehemaligen Spitzenfabrik sind schon die ersten Partys über die Bühne gegangen. 800 Gäste finden hier in der großen Halle Platz, ein Hallenbad und ein Badebiotop werden daran anschließen.

Eine eigene LUP-Station hat die Living City auch, von dort bringt der Bus die Bewohner ganz schnell etwa zum Bahnhof, in die Innenstadt und in den Traisenpark.

Das Gesicht der Wohnstadt

Britta Schwarzer ist die erste Mieterin, die in eine Wohnung in der Living City einziehen wird, in genau einem Jahr. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin wird ihre Pension hier genießen: „Ich freu‘ mich schon sehr auf meine Wunschwohnung“, sagt die Entlassungsmanagerin am Universitätsklinikum St. Pölten. Rund 30 weitere Mieter haben sich schon ihr Altersdomizil ausgesucht, Mietverträge unterschrieben.

„Es waren sogar schon mehr“, berichtet Peter Sonnleithner. Allerdings gefiel einigen nicht, dass sich die demokratisch strukturierte Mietergemeinschaft nicht in die „unbefristeten“ Zwänge des Mietrechts begeben will und jeder neue „Zuwachs“ erst einmal für drei Jahre aufgenommen wird. Auch damit er ausprobieren kann, ob ihm die Gemeinschaft taugt und umgekehrt.

„Wir bieten schon Geborgenheit, aber keine Hängematte für Suderanten“, grinst Peter Sonnleithner, der selbst in wenigen Jahren in eines der noch zu bauenden Reihenhäuser in der Living City einziehen wird.

Vorbilder erkundet in ganz Europa

Sonnleithner und Projekt-Entwickler Martin Bosch haben sich Vorbilder rund um St. Pölten und etwas weiter weg angeschaut, etwa die Sargfabrik in Wien, oder die Genossenschaft Kalkbreite in Zürich. „Das ist ein Megatrend weltweit“, weiß Martin Bosch.

Entstanden ist das St. Pöltner Projekt „ohne Wohnbauförderung, aber mit großer Unterstützung von Bürgermeister Matthias Stadler.“ Gemeinschaftliches Wohnen ist ein Abenteuer, auf das sich Peter Sonnleithner und seine Mieter freuen: „Es ist eine Reise — und wir haben noch Plätze frei!“