Erstellt am 25. Mai 2016, 13:34

von Mario Kern

Bargeldlos beim Frequency. Harry Jenner setzt im Vorjahr angekündigtes Karten-System um. Chip-Band soll aber erst 2017 kommen.

 |  NOEN, APA/Oczeret

In der vorjährigen NÖN-Festival-Bilanz hatte Harry Jenner das bargeldlose Zahlungssystem bereits angekündigt, nun setzt es der Frequency-Boss definitiv um. Damit gehören Euro-Scheine und -Münzen am Mega-Event der Vergangenheit an.

„Das bargeldlose System entlastet das Personal an den Ständen, die Gäste kommen schneller an ihre Einkäufe.“ Harry Jenner

„Wer dieses Jahr Getränke, Essen, T-Shirts und sonstige Waren kaufen will, muss vorher Geld auf eine eigene Karte aufbuchen“, erklärt Jenner den für Österreich innovativen, aber europaweit bereits gängigen Ansatz. Die Karten können im Vorfeld über den Frequency-Webshop aufgeladen werden oder aber vor Ort bei eigenen Stationen. Dieses neue System sei unter anderem der Registrierkassenpflicht geschuldet, betont Jenner. „Eine Bon-Ausgabe wäre für einen Event dieser Größe nicht durchführbar.“ Ein zweiter Grund sei der schnellere Zahlungsverkehr: „Das entlastet das Personal an den Ständen, die Gäste kommen schneller an ihre Einkäufe.“

Chip-Band vermutlich erst 2017 im Einsatz

Jenner empfiehlt, die Geld-Karten zu personalisieren – damit seien die Plastikkarten gegen Vorweis eines Lichtbildausweises sperrbar. „Wenn man Bargeld verliert, ist das im Gegensatz dazu definitiv weg.“ Das bereits 2015 getestete Chip-Band, das per Scan schnelleren Zugang zu den verschiedenen Bereichen des Festivals gewährleisten soll, werde aber wahrscheinlich erst 2017 umgesetzt, kündigt Jenner an.

Auch abseits der elektronischen Aufrüstung wartet das Festival-Team von musicnet mit einigen Neuerungen auf: Vor dem dreitägigen Event von 18. bis 20. August – für den man bereits Tageskarten erwerben kann – gibt es mit dem „Prequency“ einen zusätzlichen, von DJs beschallten Tag, der im Festival-Preis inbegriffen ist. Eine weitere Neuerung für das mittlerweile achte Frequency-Festival in der Landeshauptstadt: Der Müllpfand wird definitiv auf 10 Euro erhöht. „Das schreckt möglicherweise nicht alle davon ab, ihren Müll in der Wiese zu entsorgen. Andererseits ist es doch ein Zeichen, für die Umwelt etwas mehr zu tun.“

Green Camper: „6.000 und mehr möglich“

Für umweltbewusste Konzertgänger gibt es wieder die Möglichkeit, einen Platz im Green-Camper-Bereich zu reservieren. Jenner rechnet damit, dass wie im Vorjahr zumindest 6.000 Gäste ihre „grüne Ader“ entdecken. „Wir würden gerne noch mehr anbieten, das ist allerdings immer von der Nachfrage abhängig.“ Am Kern-Gelände werden wie im Vorjahr 100 Müll-Container aufgestellt und am gesamten Festival-Areal 1.000 Müll-Gebinde verteilt. Für das Green Team haben sich erneut rund 300 Freiwillige gemeldet. Auch die sogenannten „Stylewaggons“ mit Föns, Schminkgelegenheiten und Leihhandtüchern sind wieder am Camping-Areal zu finden. Komfort-Liebhaber kommen im Convenience-Bereich auf ihre Kosten.

Der festivaleigene Food-Truck-Bereich wird dieses Jahr auf zehn fahrbare Gastro-Einheiten aufgestockt. Derzeit überlegt Harry Jenner sogar, das im Vorjahr präsentierte Fischrestaurant „Nautilus“ durch weitere Food Trucks zu ersetzen. „Zudem wollen wir die Sitzarena verbessern und eine größere Getränkebar aufbauen.“ Wieder mit an Bord ist die Landes-Initiative „So schmeckt Niederösterreich“.

Das Kopal-Kasernen-Areal ist in diesem Jahr zum ersten Mal gar nicht Bestandteil des Festivals: Den Caravan-Camping-Platz und Parkplätze verlagert Jenner in Zusammenarbeit mit dem Magistrat an das Ostufer der Traisen. „Der genaue Standort ist allerdings noch nicht ganz fix.“

Der bereits im Vorjahr ins VAZ-Innere verlagerte Night-Park bleibt. Der Indoor-Bereich ist für 10.300 Fans elektronischer Klänge zugelassen. „Das hat sich beim letzten Mal bewährt. Wir bleiben dabei.“