Erstellt am 09. Juni 2016, 18:45

von Mario Kern

"Barockfestival keine Reihe für Initiierte". Barockfestival-Leiterin Caroline Berchotteau im Gespräch über die Programmierung und die Ausrichtung der Konzertreihe.

Caroline Berchotteau arbeitet bereits am Programm für 2017 und 2018  |  NOEN, Kern

Das elfte Barockfestival bietet ab Samstag, 11. Juni, qualitativ hochwertig vorgetragene Alte Musik in besonderen Orten der Innenstadt. Die NÖN sprach mit Festivalleiterin Caroline Berchotteau.

NÖN: Am Samstag eröffnet das insgesamt elfte Barockfestival der Landeshauptstadt, das bereits siebente unter Ihrer Leitung? Wie hat sich das Festival in Ihren Augen entwickelt?
Caroline Berchotteau: Ich war schon in den ersten Jahren progressiv unterwegs, habe Ungewöhnliches geholt, immer wieder Kooperationen mit Jazz-Musikern zu Gehör gebracht. Seit zwei Jahren kaufen viele Besucher Abonnements, noch bevor sie das Programm kennen. Das ist ein schöner Vertrauensbeweis des Publikums. Auch sind die Besucher in den letzten Jahren mehr geworden.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Interpreten für das Barockfestival aus?
Manche habe ich sehr lange im Hinterkopf, sie sind aber nicht immer verfügbar. Andere sehe ich bei Konzerten und entscheide aus dem Bauch heraus. Ich bekomme auch viele Anfragen und kann aus dem Vollen schöpfen. Ich hätte eigentlich genug Künstler für die nächsten 50 Jahre.

Gab es jemals die Idee, das Festival breiter aufzustellen?
Grundsätzlich ja. Allerdings habe ich immer wieder Jazz-Musiker zu Gast und bringe auch moderne Ansätze. Jazz und Barock haben ja auch viele Gemeinsamkeiten. Wichtig ist mir auch, Berührungsängste abzubauen. Das Barockfestival soll kein Wohnzimmerkonzert für Initiierte sein, sondern ein Genuss für alle.

BAROCKFESTIVAL

  • „Time stands still“ mit dem Ensemble Private Musicke am Samstag, 11. Juni, ab 19.30 Uhr in der Franziskanerkirche.

  •  „Die vier Jahreszeiten“ mit Les Paladins am Donnerstag, 16. Juni, ab 19.30 Uhr in der Synagoge.

  • „Orgel plus Holland“ mit Jan van de Laar am Freitag, 17. Juni, ab 20 Uhr im Dom.

  • „Bach Plucked Unplucked“ mit Violaine Cochard und Edouard Ferlet am Samstag, 18. Juni, ab 19.30 Uhr im Refektorium.

  • „Rom 1640 - Paris 2016“ mit Bruno Helstroffer am Donnerstag, 23. Juni, ab 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche.

  • „Music for a while“ mit Dominique Visse, Bruno Helstroffer und Jean-Louis Matinier am Freitag, 24. Juni, ab 19.30 Uhr in der Synagoge.

  • „Miserere“ mit Chorus sine nomine am Samstag, 25. Juni, ab 19.30 Uhr, Franziskanerkirche.