Erstellt am 01. Juli 2016, 05:03

von Mario Kern

Trotz Pflicht noch viele Hindernisse. Club 81 zog Bilanz und sieht weiterhin Mängel in der Innenstadt. Magistrat will Wunschliste wie jedes Jahr berücksichtigen.

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Nach gut einem halben Jahr verpflichtender Barrierefreiheit zieht Club 81-Obmann Josef Schoisengeyer verhaltene Bilanz: „Es gibt da und dort Adaptierungen, aber von einer wesentlichen Verbesserung kann überhaupt nicht die Rede sein.“ Das Einkaufen in manchen Geschäften und die Situation in vielen Lokalen sei noch immer unzufriedenstellend. Zudem herrsche Mangel an einer öffentlichen barrierefreien Toilette, die auch am Wochenende zugänglich ist.

Im innerstädtischen Bereich seien aber auch mehr Behindertenparkplätze und eine Absenkung bei zahlreichen Gehsteigen notwendig. „Dringend wäre eine Beseitigung von unüberwindbaren Gehsteigkanten wie in der Raab-Promenade, in der Heßstraße und in der Linzer Straße“, wünscht sich Schoisengeyer. Das diene behinderten Menschen ebenso wie älteren Personen und Eltern mit Kinderwägen. „Es bleibt trotz aller Bemühungen der Stadtgemeinde, die sich unsere Anliegen grundlegend wirklich zu Herzen nimmt, enorm viel zu tun.“

Stadt arbeitet Liste „nach Möglichkeit“ ab

Nach Möglichkeit werde die jährliche Wunschliste des Club

81 abgearbeitet, reagiert Baudirektor Kurt Rameis im Hinblick auf die Forderungen nach flacheren Gehsteigen. Eine öffentliche Toilette gebe es aber wohl am Domplatz, klärt Rameis auf: „Die neue Anlage im Palais Wellenstein, öffentlich über den Platz erreichbar, ist barrierefrei mit Behinderten-WC und bereits seit Dezember in Betrieb.“

Verkehrsamtsleiter Ernst Schwarzmüller ergänzt, es gebe mehr als 30 Behindertenabstellplätze, aber solche Plätze seien naturgemäß immer zu wenig. „Da Parkraum nur beschränkt zur Verfügung steht, muss natürlich auch bei Parkplätze für Behinderte gehaushaltet werden.“ Generell gebe es auch das Problem, so Schwarzmüller, dass Personen mit geringfügiger Behinderung Behindertenparkplätze rechtmäßig verwenden, aber sie nicht so dringend benötigen wie schwerbehinderte Menschen. „Da bräuchte es Änderungen beim Gesetzgeber.“ Dann würden auch die vorhandenen Abstellplätze den Bedarf besser abdecken.