Erstellt am 08. Dezember 2015, 04:33

von Daniel Lohninger

Beim Lup ändert sich viel. 4,8 Millionen Fahrgäste nutzten im Vorjahr den Lup. Für die wird sich einiges ändern. Zahlreiche Änderungen aus der Evaluierung des Stadtbussystems durch den Schweizer Verkehrsplaner Hannes Müller werden in die Neuausschreibung des Lup-Betriebes von 2017 bis 2025 eingearbeitet.

Lup-System wird ausgebaut  |  NOEN, Josef Vorlaufer

Für die wird sich einiges ändern. Zahlreiche Änderungen aus der Evaluierung des Stadtbussystems durch den Schweizer Verkehrsplaner Hannes Müller werden in die Neuausschreibung des Lup-Betriebes von 2017 bis 2025 eingearbeitet.

„Wir erfüllen mit diesem deutlich verbesserten System alle großen Wünsche der Bevölkerung“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler. „Ich gehe nicht Unterschriften sammeln, sondern ich bin ein Mann der Tat, der an konkreten Lösungen arbeitet“, ergänzt Stadler. Einzig das von der VP geforderte 200-Euro-Jahresticket komme nicht. „Das würde bedeuten, dass wir aus dem VOR aussteigen müssten“, so Stadler. Das bestätigt VOR-Geschäftsführer Thomas Bohrn. Allerdings: „Der VOR arbeitet an einer Tarifreform.“

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Zehn-Minuten-Takt auf der Nord-Süd-Achse. Die neue Linie 12 vom Johannesplatz in Viehofen über den Hauptbahnhof bis zum Einkaufszentrum Süd bringt einen Zehn-Minuten-Takt auf der Nord-Süd-Achse.

Ragelsdorf-Weitern. Die ebenfalls neue Linie 13 wird erstmals Ragelsdorf und Weitern über den Wirtschaftshof, die Propst-Führer-Straße und den Hauptbahnhof im Stundentakt an das Lup-Netz anbinden. Befahren wird die Linie allerdings mit kleinen Bussen.

Linie 1. Endstation der Linie 1 im Norden ist künftig nicht mehr der Johannesplatz, sondern der Bahnhof Viehofen, der über die Kuefsteinstraße und die Austinstraße angefahren wird. Damit wird die Living City ans Lup-Netz angebunden.

Linien 3, 7. Die Linie 3, die bisher am Johannesplatz endete, wird ab 2017 über Viehofner See und Bimbo-Binder-Promenade zur neuen Endstation Veilchengasse geführt, zugleich wird im Süden bereits in der Teufelhofer Straße Endstation sein. Die Linie 7 wird direkter geführt und damit deutlich beschleunigt. „Derzeit übersteigt das Fahrgastaufkommen in Ratzersdorf zu den Stoßzeiten das Angebot. Wir haben reagiert und den Lup im Stadtteil neu organisiert“, erklärt Stadler.

Linie 9: Die Linie 9 wird ab 2017 wieder durchgehend im Halbstundentakt geführt, die Linie 9A geht in der neuen Linie 13 auf. Neue Endstation in Wagram ist die Untere Listengasse, neue Endstation im Osten der Ortseingang von Hafing. Neu ist auch, dass Tierheim und NÖ Pressehaus künftig aus beiden Richtungen angefahren werden.

Linie 11. Sechs bis sieben Fahrgäste an Ferientagen, noch weniger an Samstagen. Mit diesem Problem hat die Linie 11 zu kämpfen. Die Stadt reagiert und macht aus ihr eine Schulbus-Linie mit neun bis zehn Kurspaaren pro Schultag. Bislang waren es 14 Kurspaare pro Werktag, neun am Samstag.

Sonn- und Feiertagsverkehr. Optional ausgeschrieben wird erstmals auch der Sonn- und Feiertagsbetrieb für einen Stundentakt auf den Linien 1, 5 und 6. Aufgrund der Überlagerungen der Linien 1 und 5 bringt das an Sonn- und Feiertagen auf der Achse Mühlweg-Josefstraße sogar einen Halbstundentakt. „Optional“ heißt im Klartext: Findet sich ein Anbieter, wird es ab 2017 einen Sonn- und Feiertagsbetrieb geben – findet sich keiner, gibts dieses Angebot nicht. „Mit Krankenhaus, Friedhof, Viehofner See und Hauptbahnhof würden wichtige Punkte der Stadt angefahren werden“, erklärt Stadler. Der prognostizierte Kostendeckungsgrad liege allerdings gerade einmal bei fünf Prozent.

19-Euro-Monatsticket und AST-Vergünstigung. Bereits ab 1. Jänner 2016 gibt es um 19 Euro die neue Öko-Shopping-Monatskarte, mit der um 19 Euro pro Monat die Lup-Busse von 8.30 bis 16.30 Uhr genutzt werden können. Öko-Shopping-Karten-Besitzer können – wie alle Dauerkartenbesitzer – künftig um 2 Euro mit dem Anrufsammel-taxi fahren. Bislang mussten dafür 4 Euro berappt werden.

Finanzierung. Im Unterschied zur bisherigen jährlich neu zu verhandelnden Finanzierung sind die Gelder ab 2017 für alle acht Jahre gesichert – Stadt, Bund und Land teilen sich den kalkulierten jährlichen Betriebsabgang in der Höhe von fünf Millionen Euro.