St. Pölten

Erstellt am 13. Januar 2018, 05:31

von Daniel Lohninger

272 St. Pöltner fehlen auf die 60.000er-Marke. 491 Hauptwohnsitzer kamen 2017 dazu. Rekord bei Baubewilligungen wird 2018 wieder rascheres Wachstum bringen.

St. Pöltens City (im Bild die Kremser Gasse)/Symbolbild  |  Bilderbox.com

Das zuletzt rasante Bevölkerungswachstum der Landeshauptstadt verlangsamte sich im Vorjahr etwas. Das ist auch der Grund, warum die 60.000-Einwohner-Marke nicht bereits überschritten ist. Anfang 2018 hatten insgesamt 59.728 Menschen einen Wohnsitz in der Stadt, 54.879 ihren Hauptwohnsitz – um 491 mehr als Anfang des Vorjahres. Zum Vergleich: Von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der Hauptwohnsitzer fast doppelt so stark.

Trend zum großvolumigen Wohnbau

Ursachen für das gebremste Wachstum gibt es zumindest zwei: Zum einen sinkt der Ausländeranteil in der Stadt erstmals seit Jahren wieder deutlich – auch als Folge rückläufiger Flüchtlingszahlen. Zum anderen wurden laut Statistischem Jahresbericht 2016 nur 344 Wohnungen fertig gestellt – 2017 waren also weniger Wohnungen bezugsfertig als 2016.

Heuer dürfte sich deshalb das Wachstum beschleunigen, kamen doch im Vorjahr wieder deutlich mehr Wohnungen auf den Markt. Das lässt sich auch an der Rekordzahl an Baubewilligungen 2016 ablesen: Insgesamt genehmigte die Stadt in diesem Jahr den Bau von 1.002 Wohnungen.

Dabei zeigt sich ein klarer Trend zum großvolumigen Wohnbau, vor allem in Zentrumsnähe. Während die Stadt den Bau von nur 53 Einfamilienhäusern bewilligte, erteilte sie für insgesamt 891 Wohnungen in Wohn- und Reihenhausanlagen die Baubewilligung.

Im Magistrat rechnet man aber trotz der vielen Wohnungsfertigstellungen erst im Sommer damit, dass St. Pölten mehr als 60.000 Einwohner haben wird, streicht Einwohner- und Wahlamtsleiter Wolfgang Strasser hervor.

40,2 Prozent kamen unehelich zur Welt

Insgesamt tut sich in der demografischen Entwicklung der Stadt gegenwärtig einiges. Durch den verstärkten Zuzug jüngerer Menschen steigt auch deren Anteil an der Gesamtbevölkerung. Das deutlichste Wanderungsplus hat die Stadt bei den 20- bis 29-Jährigen – hier zogen etwa 200 mehr in die Stadt als aus der Stadt hinaus.

Die größte Gruppe stellen aber nach wie vor die 45- bis 59-Jährigen – jeder Vierte zählt zu dieser Alterskategorie. Immerhin mehr als 1.600 St. Pöltner sind älter als 85 Jahre, zwölf sogar über 100 Jahre alt.

Hauptwohnsitze in St. Pölten. Quelle Statistik Austria/Magistrat St. Pölten, Illustration: hobbit/Shutterstock.com  |  hobbit/Shutterstock.com, Grafik Bischof

Während sich in der Wanderungsbilanz ein positiver Trend zeigt, bleibt die Geburtenbilanz negativ. Vor allem bei Österreichern ist die Entwicklung dramatisch: 2016 starben um 220 österreichische Staatsbürger mehr als zur Welt kamen. 40,2 Prozent der neugeborenen St. Pöltner kommen unehelich zur Welt – ein neuer Höchststand. Im Jahr 2000 waren es nur 28,5 Prozent.

Die Zahl der Eheschließungen bleibt relativ konstant, das Alter der Ehepartner steigt aber weiter an: 38,2 Jahre alt war ein St. Pöltner bei der Hochzeit im Schnitt, seine Frau 35,2 Jahre. Im Jahr 2000 waren die Ehepartner bei der Hochzeit im Schnitt um fünf Jahre jünger.

Auf die 239 Hochzeiten kamen 125 Scheidungen, um 13 mehr als 2015. Im Schnitt hielten die Ehen 13 Jahre, ehe sie vor dem Scheidungsrichter landeten.