Böheimkirchen

Erstellt am 02. Dezember 2016, 10:47

von APA Red

Ermittlungen in Richtung Mord und Selbstmord. Nach der Bluttat in Böheimkirchen mit sechs Toten gehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten laut Sprecherin Michaela Obenaus in Richtung Mord und Selbstmord. Die Faustfeuerwaffe sei auf die 59-jährige Mutter der mutmaßlichen Täterin (35) registriert gewesen.

Nach der Bluttat mit sechs Toten in Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten-Land) haben sich Bürgermeister Abg. Johann Hell (SPÖ) und die Direktorin der Volksschule, Silvia Riedler, am Freitag in einem Pressegespräch "tief betroffen" gezeigt. Die Kinder in der Volksschule wurden von einem Krisenteam psychologisch betreut.

"Wir trauern um die Familie", sagte Hell, die Marktgemeinde sei "tief bestürzt". Die sechs Personen waren laut Hell im April 2015 von der Nachbargemeinde Kirchstetten in den Ortsteil Schildberg in ein ehemaliges Gasthaus gezogen, das sie gekauft hatten. "Die Familie hat sehr ruhig gelebt", so der Bürgermeister. Kontakt mit der Gemeinde habe es nur bei der Anmeldung nach dem Umzug gegeben, später nicht mehr. "Sie haben sich nicht in das gesellschaftliche Leben eingebracht", berichtete Hell, deshalb seien sie "nach außen nicht aufgefallen".

Vor der Volksschule im Zentrum von Böheimkirchen wehte am Freitag die schwarze Fahne, im Inneren des Gebäudes wurden die Kinder psychologisch betreut. "Wir sind alle zutiefst bestürzt und betroffen. Viele Kinder haben geweint", betonte die Direktorin. Auch kommende Woche werde das Team "immer wieder vor Ort sein", sagte Andrea Richter, Leiterin der Abteilung Schulpsychologie in NÖ.

Die Mutter (35) - und mutmaßliche Täterin - hatte ihre Kinder (7, 9 und 10) am Montag vergangener Woche in der Schule für einige Tage entschuldigt: mit der Begründung, dass die Großmutter verstorben sei, sagte die Direktorin. Die 35-Jährige habe von einem großen Schock für die Familie gesprochen, "deshalb haben wir uns gar nichts dabei gedacht", betonte Riedler.

"Die Kinder waren sehr behütet"


Das getötete Mädchen besuchte die erste, ihre beiden Brüder gingen in die dritte und vierte Klasse. Die Kinder waren laut Direktorin "gut integriert", es handelte sich um eine "ganz normale Familie". Es habe ein "guter Kontakt zwischen der Mutter und den Lehrerinnen geherrscht", erzählte Riedler. "Die Kinder waren sehr behütet". Die 35-Jährige habe das Mädchen und die Buben manchmal bis zur Tür begleitet.

Am Freitag war ein Krisenteam aus drei Schulpsychologinnen und einem Beratungslehrer zur Betreuung in der Volksschule. Sie "unterstützen die Kinder, damit diese die Erlebnisse einordnen können", erklärte Richter. Es bestand die Möglichkeit für Schüler, Einzel- und Gruppengespräche zu führen. Es handle sich um Erlebnisse, "die nicht dem Alltag entsprechen und die den Kindern Angst machen", erklärte die Schulpsychologin.