St. Pölten

Erstellt am 21. November 2017, 05:11

von Daniel Lohninger

Stadt investiert 2018 kräftig in die Infrastruktur. St. Pölten steckt 22,4 Millionen in den Infrastruktur-Ausbau. Ende der Domplatz-Grabungen ist erst 2019.

Gute Laune haben Finanzchef Thomas Wolfsberger und Bürgermeister Matthias Stadler beim Blick ins Budget 2018.Muzatko  |  NOEN, Corina

Die Stadt St. Pölten wächst und mit ihr auch die Ausgaben und Einnahmen. Über 200 Millionen Euro an Ausgaben sind im Budgetentwurf vorgesehen, den der Gemeinderat in der Dezember-Sitzung beschließen wird. Die budgetierten Einnahmen sind um fast zwei Millionen Euro niedriger.

„Wir haben seit Jahren nicht mehr soviel investiert, wie wir 2018 investieren werden“

Bürgermeister Matthias Stadler (SP) geht aber davon aus, dass anziehende Konjunktur und höhere Ertragsanteile durch mehr Einwohner im Rechnungsabschluss dann doch noch ein Plus bringen werden. Die Stadt budgetiere vorsichtig, weil das Land erstmals keine Budgetzahlen ins Rathaus übermittelte, die Rückschlüsse auf die Höhe der Ertragsanteile zulassen, erklärt Stadler.

„Wir haben seit Jahren nicht mehr soviel investiert, wie wir 2018 investieren werden“, betont er und spricht deshalb von einem „starken Investitionsbudget“. 22,4 Millionen Euro sind für außerordentliche Vorhaben vorgesehen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Infrastruktur-Ausbau, Bildung und Europäische Kulturhauptstadt 2024. Die größten Investitionen im Überblick:

Domplatz: 1,8 Millionen Euro sind für die Ausgrabungen und die Planung der Neugestaltung des Domplatzes vorgesehen. Aufhorchen lässt Stadler damit, dass die Grabungsarbeiten voraussichtlich erst in der ersten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen werden – bisher war immer von Ende 2018 die Rede. Stadler sieht in der Verzögerung aber kein Problem: „Die Domplatz-Neugestaltung muss vor dem Hintergrund der Kulturhauptstadt-Bewerbung ohnehin neu gedacht werden.“

Europäische Kulturhauptstadt 2024: Ende 2018 muss das Bewerbungskonzept stehen. Mit dem Land gemeinsam wurde bereits die Betriebsgesellschaft gegründet. Für die Bewerbung selbst sind 450.000 Euro im Budget vorgesehen. Weitere drei Millionen Euro legt die Stadt zurück – für den Fall, dass St. Pölten den Zuschlag erhalten sollte. 20 Millionen Euro wird die Stadt dann beisteuern müssen. Finanzieren möchte das Stadler über Rücklagen und nicht über Kredite. Die engere Kooperation mit dem Land kostet aber auch etwas: Erstmals zahlt die Stadt für den Betrieb des Landestheaters mit – 1,5 Millionen Euro sind das im nächsten Jahr.

Ausbau der Fachhochschule: 2,3 Millionen Euro investiert die Stadt im nächsten Jahr in den Ausbau der FH St. Pölten – großteils allerdings in den damit verbundenen Ausbau des Studien-Programmes. Die Gesamtkosten für den Neubau werden derzeit insgesamt auf 47 Millionen Euro geschätzt. 1.000 Studierende und 200 Mitarbeiter werden im FH-Zubau ab dem Wintersemester 2019/20 Platz finden.

VAZ-Ausbau: Der in die Jahre gekommene Eingangsbereich des VAZ wird völlig neu gestaltet und mit einem Restaurant aufgewertet. Ein Bühnen-Nebengebäude sowie ein Bühnen-Zubau in Halle B werden errichtet. Insgesamt 7,2 Millionen Euro kostet das – gut zwei Drittel davon schlagen sich bereits im nächsten Jahr im Stadt-Budget zu Buche.

Neue Wellness-Oase: Die bestehende Sauna-Landschaft in der Aquacity mit ihrer nicht mehr zeitgemäßen baulichen Geschlechtertrennung wird umgebaut und attraktiviert. 1,2 Millionen Euro sind dafür budgetiert. Die Bauarbeiten sollen im Mai beginnen und im Oktober abgeschlossen werden.

Straßenbau: Knapp sieben Millionen Euro investiert die Stadt im nächsten Jahr in die Straßen. Größtes Projekt ist die Entschärfung der unfallträchtigen Zufahrt von der Mariazeller Straße in die Wolfenberger Straße. Sechs Millionen Euro kostet die Errichtung der Brücke, die Stadt steuert 1,7 Millionen Euro bei. Vorgesehen ist auch die Fortsetzung der Sanierungen der Josefstraße, der Herzogenburger Straße und der Unterwagramer Straße sowie die erste Aufschließungsphase des ehemaligen Kopal-Areals. Fortgesetzt werden auch die Sanierungen der Park- & Ride-Anlage in der Hermann-Winger-Gasse sowie der Rathausplatz-Garage. Gespannt sein kann man auch schon auf die Neugestaltung der Kremser Gasse: 700.000 Euro sind für die Pflasterung budgetiert, die die provisorische Asphaltdecke nach der Sanierung ersetzen wird.

Schulen, Kindergärten und Spielplätze: Noch in diesem Jahr beginnt die Stadt in der Karl-Pfeffer-Gasse mit dem Bau eines achtgruppigen Kindergartens. 1,5 Millionen Euro sind für den ersten Bauteil mit drei Gruppen vorgesehen. In der Volksschule Pottenbrunn und in der ASO Mitte werden die Fenster getauscht. 53.000 Euro kostet die Ausstattung aller St. Pöltner Pflichtschulen mit W-LAN. 110.000 Euro sind für die Erneuerung von Spielplätzen vorgesehen – unter anderem bei den Baurechtsgründen in Ratzersdorf und in der Goethestraße.

Wohnbau: Fast fünf Millionen Euro investiert die städtische Immobilien-Gesellschaft im nächsten Jahr in die Erneuerung von Wohnbauten. Auf dem Programm steht unter anderem die Sanierung der Wohnhäuser in der Kranzbichlerstraße.