Erstellt am 05. Januar 2016, 08:07

von Daniel Lohninger

Der 60.000er rückt näher. 58.445 Menschen wohnten Ende des Jahres in St. Pölten, Hauptwohnsitzer sind es 913 mehr.

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Das Wachstum der Stadt St. Pölten nimmt deutlich an Fahrt auf. Das zeigt der Blick auf die aktuelle Einwohner-Statistik: Die Zahl der Hauptwohnsitzer stieg zwischen 1. Jänner bis 30. Dezember 2015 von 52.716 auf 53.629 – also um 913. Die Zahl der Nebenwohnsitzer nahm zeitgleich zwar nur um 23 zu, Ende des Jahres lebten damit aber insgesamt 58.445 Einwohner in der Stadt. Anfang 2015 waren es um 936 weniger gewesen.

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Im langjährigen Vergleich zeigt sich, dass sich das Bevölkerungswachstum seit 2013 rasant beschleunigt. Schrumpfte die Zahl der Einwohner 2012 sogar, so nahm sie 2013 und 2014 wieder um etwa 0,8 Prozent zu – im abgelaufenen Jahr beträgt das Plus bereits 1,7 Prozent.

Obwohl es noch keine konkreten Zahlen zur Geburten- und Wanderungs-Statistik gibt, ist vorauszusehen, dass sich der Trend des Jahres 2014 verstärken wird: Die NÖ-Landeshauptstadt zieht vor allem aus Wien sowie den Bezirken St. Pölten-Land, Krems und Lilienfeld die Menschen an.
 

Die meisten Neo-St. Pöltner kamen 2014 aus der Bundeshauptstadt: Innerhalb von nur einem Jahr verlegten 424 Wiener ihren Hauptwohnsitz nach St. Pölten. Ebenfalls beliebt ist die Traisen-Metropole bei den Herzogenburgern (102 Zuzüge), bei den Wilhelmsburgern (90), bei den Lilienfeldern (71), bei den Kremsern (56), bei den Traismaurern (55) und bei den Ober-Grafendorfern (54).

Bei unter 30-Jährigen ist St. Pölten sehr beliebt

Derzeit besonders begehrt sind zentrale und zentrumsnahe Lagen – das zeigt ein Blick in das „Statistische Jahrbuch“. Demzufolge gingen gut zwei Drittel des Bevölkerungsplus auf das Konto der St. Pöltner Katastralgemeinde. Der langjährige Trend, dass die Menschen eher in die Stadtteile ziehen, scheint der Vergangenheit anzugehören – fast alle Stadtteile stagnieren oder büßen Einwohner ein. „Schuld“ an diesem Trend ist auch, dass die neuen St. Pöltner vor allem eines sind: jung. Mehr als jeder zweite, der sich 2014 in der Landeshauptstadt ansiedelte, war unter 30 Jahre alt. Ein positives Wanderungssaldo gab es aber in allen Altersgruppen.

Die Grundlagen für ein weiteres Wachstum der Stadt in den kommenden Jahren sind bereits gelegt: Gegenwärtig sind 3.219 Wohneinheiten in der Planungsphase und weitere 721 in der Umsetzungsphase.

4.000 Wohnungen in nächsten Jahren

Das Bevölkerungswachstum kurbelt jetzt auch zunehmend den Wohnbau in der Stadt an. Flächenreserven stehen dafür jedenfalls genug zur Verfügung, schließlich ist St. Pölten flächenmäßig so groß wie das wesentlich einwohnerreichere Linz.

Waren es im abgelaufenen Jahr nur etwa 250 Wohnungen, die fertiggestellt wurden, so werden es in den kommenden Jahren deutlich mehr werden. Nach einer Aufstellung des Magistrats befinden sich mehr als 720 Wohnungen bereits in der Umsetzungsphase, weitere 3.200 in der Planungsphase. Vor allem die Innenstadt und angrenzende Lagen sind bei Investoren und Wohnbauträgern beliebt.

„St. Pölten ist die Stadt der kurzen Wege, weil sich das urbane Leben im Zentrum konzentriert und sich alle wesentlichen Institutionen im Umkreis von einem Kilometer rund um das Zentrum befinden“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler den Investitionsschub. Die rege Wohnbautätigkeit sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Wohnen in St. Pölten auch in Zukunft leistbar bleibe.