Erstellt am 22. September 2015, 07:50

von Mario Kern

"Die Synagoge ist ganz gut in Schuss". Jury-Sitzung für Ausstellungsarchitektur steht kurz bevor. Kosten für Sanierung der Synagoge von Konzept abhängig.

Nachdem sie saniert ist, soll die ehemalige Synagoge an der Renner- Promenade ein wichtiger Teil des Hauses der Geschichte werden.  |  NOEN, Mario Kern

Ende September ist es soweit: Dann wird eine Jury darüber beratschlagen, welche Ausstellungs-Architekten das „Haus der Geschichte“ gestalten werden. „Ob sich da schon hundertprozentig herauskristallisieren wird, welches Team den Zuschlag erhält oder es noch zu Verhandlungen kommt, wissen wir noch nicht“, so Jury-Mitglied und Landesmuseums-Geschäftsführerin Brigitte Schlögl.

Der Zeitplan, den Kunstbereich im Landesmuseum Ende Juli 2016 zu schließen und das „Haus der Geschichte“ 2017 zu eröffnen, halte.

Geblieben ist auch der Plan, dass die Synagoge an der Karl-Renner-Promenade Teil dieses „Hauses der Geschichte“ wird, wie Hermann Dikowitsch, Leiter der Kulturabteilung des Landes, betont. Nach einer Begehung im Frühling sei man noch im Diskussionsprozess über die Einbindung der Synagoge ins Museumskonzept. „Davon abhängig sind natürlich auch die Kosten.“ Den gemeinsamen Willen mit der Stadt zur Sanierung gebe es, einen konkreten Finanzierungsschlüssel noch nicht.

Martha Keil, Direktorin des Istituts für jüdische Geschichte Österreichs, freut sich, dass bei der Begehung festgestellt wurde, dass das Dach der Synagoge in Ordnung sei. „Die Synagoge ist ganz gut in Schuss. Feuchte Mauern müssen noch trockengelegt werden.“ Barrierefreiheit ist zudem ein wichtiges Thema.

„Einbindung ist eine große Chance"

Eine vorläufige und vorsichtige Schätzung der laufenden Kosten für die Synagoge als Teil des „Hauses der Geschichte“ sei „für einen schönen Museumsbetrieb relativ günstig“, so Keil.

Die Einbindung ins neue Konzept des Landesmuseums sei eine Jahrhundertgelegenheit, die man nützen müsse. Wenngleich die Synagoge sicher kein normales Museum werde, freut sich Keil über die Aussicht auf kleine, feine Sonderausstellungen. „Wir haben bislang die Synagoge mitbetreut. Wir können das künftig noch mehr tun, natürlich mithilfe des Landesmuseums.“ Ideen gebe es genug für die nächsten 100 Jahre. „Es wird auf jeden Fall spannend.“
 


Museale Zukunft

Ende September ist die Jurysitzung zur Ausstellungsarchitektur für das „Haus der Geschichte“.

Eröffnung: Am 31. Juli 2016 wird der Kunstbereich im Landesmuseum geschlossen und zum „Haus der Geschichte“ umgebaut. Dieser Teil des Landesmuseums wird im Mai 2017 eröffnet.

Die ehemalige Synagoge wurde 1913 errichtet. Bis zu den Novemberpogromen 1938 war sie Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in der Stadt.

1988 hat das Institut für jüdische Geschichte seine Arbeit in der Synagoge aufgenommen.
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