Erstellt am 22. September 2015, 18:32

von Mario Kern

Die Tragödie im Bild. Stadtmuseum zeigt bis März Originalfotos, Filme und Dokumente aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges.

Ein Foto aus der Ausstellung zeigt die Fuhrmannsgasse nach der Bombardierung. Im Hintergrund ist das Gebäude zu sehen, in dem sich heute das "Egon" befindet.  |  NOEN

"Gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen" unterstreicht Stadtmuseumsleiter Thomas Pulle im NÖN-Gespräch. „Sehr schnell wird man als nach dem Krieg Geborener demütig ob der dramatischen Erlebnisse und Ereignisse, die unsere Verfahren zu bewältigen hatten.“

Genau diesen Schrecken am Ende des Zweiten Weltkrieges macht die Sonderausstellung „St. Pölten 1945“ ab Mittwoch, 23. September, um 18.30 Uhr nachvollziehbar. Erstmals werden in großer Dichte Originalfotos gezeigt, die dramatischen Ereignisse in den letzten Kriegstagen vor 70 Jahren veranschaulichen.

Bei den Bombenangriffen wurden hunderte Zivilisten getötet, fast 40 Prozent der Häuser in der Stadt zerstört oder beschädigt und ganze Häuserzeilen wie in der Brunngasse, dem Erdboden gleich gemacht.

Auch die Hinrichtung der Widerstandskämpfer rund um das Ehepaar Trauttmannsdorf, die nur Stunden vor der Befreiung von der Nazi-Herrschaft ihr Leben lassen mussten, wird bei der Schau aufgearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich den Kindern von damals und wie sie das Kriegsende miterlebt haben.

„Diese Themen sind St. Pöltnern wichig"

Thomas Pulle ist sich sicher, dass die Aufbereitung der letzten Tage des dunkelsten Kapitels der Stadtgeschichte auf fruchtbaren Boden fällt: „Zeitgeschichtliche Themen sind den St. Pöltnern sehr wichtig.“ Ohnedies seien das Wissen und die Auseinandersetzung mit der jüngeren Stadtgeschichte für die Identität einer Stadt von großer Bedeutung. „Ich weiß, dass viele St. Pöltner diese Funktion des Stadtmuseums als zeithistorischer Wissens-Vermittler besonders schätzen.“