Erstellt am 12. Oktober 2015, 09:39

von Claudia Stöcklöcker

Disput am St. Pöltner Bahnhof endete mit Armbruch. 20-Jähriger wurde von Jugendlichen provoziert und stieß Kontrahentin gegen eine Glastür. Nun setzte es acht Monate Haft.

 |  NOEN, NÖN
„Ich hab’ am Bahnhof eine g’raucht, dann ist die Lisa gekommen, hat mich mit Red Bull ang’schüttet. Da war ich auf 180, weil des pickt ja!“, sagt ein 20-jähriger St. Pöltner. Dem Mädchen brach der Vorbestrafte dann den Arm und sitzt nun vor dem Richter.

Ob der Angeklagte davor Streit mit Jugendlichen hatte? Er verneint. „Ich hab’ nix g’macht. Aber im Einkaufszentrum Promenade hat jemand davor schon meine Jacke mit Joghurt beschmiert. Am Bahnhof hat sie mich gepackt, ich hab’ sie weggestoßen. Wir sind gegen eine Glastür gerutscht.“

„Bin i jetzt fertig? Dann Tschüss!“

Anders die Version des Opfers: „Er hat gerauft, i bin dazwischen, und der hat nix Besseres zu tun g’habt, als mich gegen die Tür zu schleudern“, entrüstet sich die Jugendliche. Ob sie den Angeklagten beschüttet hat? „Der ist ja deppert in der Birn’“, sagt sie. Und fragt: „Bin i jetzt fertig? Dann Tschüss!“

„Ich weiß nix“, sagt ein Zeuge. Für Richter Markus Grünberger ist er, so wie auch alle anderen Beteiligten, kein Unbekannter. „War bei Ihnen damals zu viel Alkohol im Spiel?“, fragt der Richter aufgrund mangelnder Erinnerung. „Zu viel Gras“, rufen junge Zuhörer. „Auch das wird schon stimmen und wirkt sich ja auch aufs Denken aus!“, kommentiert Grünberger.

Richter geht von Provokation aus

„Ich gehe von Provokation aus, das Opfer ist alles andere als glaubwürdig“, meint der Richter und verhängt wegen schwerer Körperverletzung ein Jahr teilbedingt (rechtskräftig). Acht Monate davon muss der Bursche absitzen.